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Erholen sich Muskeln besser mit Hefe im Proteinshake?
Eiweiß für beanspruchte Muskeln: Ein Proteinshake mit Hefeprotein könnte einzelne Folgen intensiven Trainings abschwächen. In einer kleinen Studie zeigten Athleten mit dieser Mischung bei einigen Blutwerten und Krafttests günstigere Ergebnisse als eine Gruppe, die nur Wasser trank. Gegenüber einem Shake aus reinem Molkenprotein war jedoch kein verlässlicher zusätzlicher Nutzen nachweisbar.
Peking (China). Nach intensiver oder ungewohnter körperlicher Belastung schmerzen die Muskeln häufig und verlieren vorübergehend an Kraft. Besonders Bewegungen, bei denen ein angespannter Muskel nachgibt und sich verlängert, können solche Beschwerden auslösen. Für Sportler mit kurzen Pausen zwischen Trainingseinheiten ist die anschließende Erholung daher besonders wichtig.
Eiweiß liefert Bausteine für die Reparatur und Anpassung von Muskelgewebe. Sportler greifen deshalb häufig zu Molkenprotein, das schnell verdaut wird und viele essenzielle Aminosäuren enthält. Doch bisher ist nicht eindeutig geklärt, wie stark zusätzliche Proteinshakes einen belastungsbedingten Muskelschaden tatsächlich abschwächen. Hefeprotein könnte dabei eine alternative Zutat sein.
Forscher der Beijing Sport University (BSU) um Dr. Xintang Wang haben nun geprüft, wie sich ein Gemisch aus Hefe- und Molkenprotein im Vergleich zu reinem Molkenprotein und Wasser auswirkt. Im Mittelpunkt standen Muskelkater, Blutmarker und die Leistung der Beinmuskeln nach einer standardisierten Belastung.
Für die randomisierte Studie wurden 54 gut trainierte Wettkampfsportler drei Gruppen zugelost. Eine erhielt einen Mix aus Hefe- und Molkenprotein, die zweite ausschließlich Molkenprotein als Eiweißquelle. Die dritte Gruppe trank zur Kontrolle nur Wasser. Sechs Teilnehmer schlossen die Nachbeobachtung nicht ab, sodass die Auswertung auf 48 Sportlern beruhte.
Beide Eiweißgruppen nahmen täglich 0,9 Gramm zusätzliches Protein je Kilogramm Körpergewicht ein, verteilt auf drei Portionen. Das Mischpulver bestand zu je 40 Prozent aus Hefeprotein-Zutat und Molkenproteinisolat, der Rest waren weitere Bestandteile. Nach sieben Tagen der Einnahme absolvierten die Teilnehmer intensive, kontrollierte Belastungen beider Beine. Danach erfasste das Team die Reaktionen unmittelbar sowie nach 24, 48 und 72 Stunden.
Bei den männlichen Teilnehmern lag die Konzentration des Muskelenzyms Kreatinkinase 48 Stunden nach der Belastung in der Mischgruppe um rund 48 Prozent niedriger als in der Wassergruppe. Dieses Enzym gelangt bei starker Beanspruchung vermehrt ins Blut und dient als indirekter Hinweis auf Muskelbelastungen. Allerdings erlaubt der Wert allein keine Aussage darüber, ob tatsächlich weniger Muskelgewebe geschädigt wurde.
Auch beim Muskelkater zeigte sich bei Männern ein Unterschied: Über sämtliche Messzeitpunkte gemittelt bewertete die Mischgruppe ihre Beschwerden niedriger als die Wasserkontrolle. Direkt nach dem Training war zudem der Blutspiegel des Entzündungsbotenstoffs Interleukin-6 geringer. Andere untersuchte Entzündungsmarker lieferten dagegen keine einheitlichen Unterschiede. Bei Frauen waren die entsprechenden Effekte weniger klar und teilweise nur in zusätzlichen Analysen sichtbar.
Unmittelbar nach der Belastung büßten die Muskeln in allen Gruppen an Leistung ein. Bei einigen Kraftmessungen und Sprungtests fielen die Verluste in der Hefe-Molke-Gruppe geringer aus als nach Wasser allein. Besonders der Kraftverlust beim nachgebenden Strecken des rechten Knies war bei männlichen Athleten statistisch belastbarer abgesichert.
Doch viele andere scheinbare Vorteile hielten einer umfassenderen Korrektur für die zahlreichen statistischen Vergleiche nicht stand. Zudem testeten die Forscher stets zuerst das rechte Bein. Die Ergebnisse könnten deshalb auch durch Testreihenfolge oder ungeprüfte Unterschiede zwischen beiden Beinen beeinflusst sein. Für eine tatsächlich beschleunigte Wiederherstellung der Muskelkraft in den folgenden Tagen fand die Studie keine robusten Belege.