// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Midterms 2026: Trumps Migrationspolitik verunsichert Unternehmen
Viele Wähler unterstützten 2024 Trumps Versprechen einer harten Abschiebepolitik. Doch vor den Zwischenwahlen zeigt sich: Das rücksichtslose Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE befremdet Bürger - und Unternehmer.
Im vergangenem September sitzen in einem Auto auf einem Seitenstreifen in Highland (US-Bundesstaat Michigan) sechs spanisch sprechende Arbeiter. Nicht weniger als neun Streifenwagen der Einwanderungsbehörde ICE haben sie an den Straßenrand gedrängt und angehalten. Ein gereizter Beamter verlangt nach den Papieren. Als er sieht, dass der Mann auf dem Beifahrersitz ihn mit dem Handy aufnimmt, schlägt er mit der Hand nach dem Smartphone. Die Arbeiter sprechen kaum englisch, der Beamte kein Spanisch, die Stimmung ist angespannt.
Tyler Ralko stellte das Video kurz darauf ins Netz. Ralko ist Juniorchef der Firma GLC Property Maintenance, einer Firma für den Garten- und Landschaftsbau. Die sechs Männer sind seine Angestellten, kommen aus Guatemala, arbeiten legal hier in Michigan und dürfen nach ihrer Überprüfung durch ICE weiterfahren.
Ralko sagt, er habe sich sofort von ganzem Herzen bei seinen Kollegen entschuldigt, "als Amerikaner": "Sie kommen hierher, für ein besseres Leben, für sich und ihre Familien. Amerika ist für sie dieser wunderbare Ort, wo man Wohlstand erlangen kann. Und dann zu sehen, wie sie da behandelt wurden, war für mich wirklich traurig."
Erst kürzlich waren bei Verkehrskontrollen der Einwanderungsbehörde wieder zwei Menschen erschossen worden.
mehr
Warum ICE die Männer angehalten hat, ist nicht bekannt. Aber in Donald Trumps Amerika ist es mittlerweile legal, Menschen allein deswegen zu kontrollieren, weil sie keine weiße Hautfarbe haben oder nicht Englisch sprechen. Das hat der Oberste Gerichtshof vor einem Jahr entschieden.
Ralkos Unternehmen hat derzeit 57 Angestellte. Zwölf von ihnen kommen aus Guatemala und haben eine Arbeitserlaubnis der Kategorie H-2B. Ohne diese Männer gehe es nicht, sagt Ralko, vor allem nicht im Sommer, der Hochsaison, zumal die Firma weiter wachsen wolle.
Seit etwa zwei Jahren sei er vor allem damit beschäftigt, Personal zu suchen. Aber "verlässliche" Mitarbeiter zu finden, sei schwierig. Nach dem Vorfall mit ICE habe er nun die Sorge, dass einige seiner Kollegen aus Guatemala im nächsten Jahr vielleicht nicht zurück nach Highland kommen möchten, sagt Ralko.
Anders als in anderen Bundesstaaten haben die Razzien der Einwanderungsbehörde ICE in Michigan bisher selten Schlagzeilen gemacht. Doch der harte Kurs von Präsident Trump in der Migrationspolitik sorgt auch hier für Verunsicherung.
Seit Wochen streiten sich Republikaner und Demokraten über die Weiterfinanzierung des US-Heimatschutzministeriums.
mehr