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Selenskyj kritisiert Trumps Aussetzung von Russland-Sanktionen
US-Präsident Trump setzt geplante Russland-Sanktionen aus - während Angriffe auf die Infrastruktur laut dem ukrainischen Staatschef Selenskyj zunehmen. Er warnt, Trumps Entscheidung werde Moskau nur weiter bestärken.
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat die Aussetzung der neuen US-Sanktionen gegen Russland kritisiert. Eine Lockerung des Drucks auf Russland und finanzielle Belohnungen seien für Kremlchef Wladimir Putin nur Ansporn, weiter zuzuschlagen, teilte Selenskyj bei Telegram mit.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump die in einem neuen Sanktionspaket gegen Russland vorgesehenen Zölle kurz vor ihrem Inkrafttreten auf Eis gelegt. Zuletzt hatte Trump zudem - ungeachtet bestehender Sanktionen - mit Putin Diesellieferungen aus Russland vereinbart und damit die Kritik Selenskyjs auf sich gezogen.
Erst macht der US-Präsident einen umstrittenen Diesel-Deal mit Moskau, nun setzt Trump Sanktionen aus.
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Trump habe sich zu dem Schritt entschlossen, nur einen Tag nachdem Moskau einen der massivsten Schläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur ausgeführt habe, klagte Selenskyj. "Mehr als 15 wichtige Anlagen zur Stromerzeugung und -übertragung in verschiedenen Regionen der Ukraine wurden angegriffen." Moskau habe seine Angriffe ausgeweitet und versuche die Ressourcen des Landes zu zerschlagen.
Laut ukrainischen Behörden gab es bei den Angriffen Tote und Verletzte. Hunderttausende Menschen waren demnach ohne Strom und Heizung. "Russland versucht, in der Ukraine kurz vor dem Winter einen Blackout herbeizuführen", sagte Selenskyj. "Es braucht Druck, um dies zu stoppen." Das US-Sanktionspaket "hätte enorm helfen können", betonte der ukrainische Staatschef. Und das könne es noch immer, wenn die USA es wieder einsetzen würden.
Mit den gestoppten Sanktionen kommt Trump dem russischen Präsidenten weit entgegen.
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Neben der Aussetzung des Sanktionspakets gibt es Selenskyj zufolge weiter Schwierigkeiten mit dem militärisch wichtigen Satelliteninternet Starlink. Es funktioniere über der Ukraine weiterhin nur gedrosselt, während Tests in europäischen Ländern ergeben hätten, dass die Drosselung nur sein Land betreffe, sagte Selenskyj Medienberichten zufolge. "Das heißt, es handelt sich um eine geplante Operation."
Die Satelliten der US-Firma SpaceX verfolgten nicht die Antennen auf Flugobjekten, die schneller als 161 Kilometer in der Stunde fliegen, so Selenskyj. Dies behindert ukrainische Drohnen sowohl bei der Abwehr russischer Jetdrohnen als auch bei eigenen Angriffen. In einer Phase eskalierender russischer Luftangriffe klagt das ukrainische Militär seit Mitte der Woche über die Geschwindigkeitsbegrenzung.
Zu den Tests sagte Selenskyj, man habe Autos in EU-Ländern mit einem Tempo von 180 Kilometern pro Stunde fahren lassen. Deren Satellitenverbindung sei nicht abgerissen. "Wir verfügen über entsprechende Aufzeichnungen und Beweise." Wie aussagekräftig solche Tests sind, ist aber schwer abzuschätzen.