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Mobile Games: Studie zeigt massives Tracking bei Gratis-Spielen
von Carsten Knobloch
18. Okt. 2026 |
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Dass kostenlose Spiele auf dem Smartphone selten aus reiner Nächstenliebe programmiert werden, dürfte niemanden überraschen. Eine aktuelle Untersuchung von Proton zeigt, welches Ausmaß die Datensammelei bei den meistgeladenen Titeln im Google Play Store mittlerweile angenommen hat.
Für die Analyse hat Proton die Download-Zahlen aus dem Mai 2026 und Erkennungsdaten der Plattform Exodus Privacy für mehrere Länder ausgewertet, darunter auch Deutschland. Das Ergebnis: Nahezu alle untersuchten Free-to-Play-Titel greifen auf ein dichtes Geflecht an Analyse- und Werbetrackern zurück. In einzelnen Spielen wie Vita Mahjong wurden bis zu 36 verschiedene Tracker gezählt, im Schnitt sind es knapp 29 Tracker pro App.
Die erfassten Informationen landen dabei keineswegs nur bei bekannten westlichen Werbenetzwerken. In Deutschland übermitteln 97 Prozent der Top-100-Spiele Daten an Unternehmen in den Five-Eyes-Staaten, 91 Prozent nach Israel, 82 Prozent nach China und 69 Prozent nach Russland. Bei den rund 3,9 Millionen Downloads dieser Top 100 im Mai steckten in 3,2 Millionen Fällen chinesische und in 2,7 Millionen Fällen russische Tracker im Code.
Besonders kritisch stuft die Auswertung das Erfassen von Standortdaten ein. Während standortbasierte Spiele wie Pokémon GO die Koordinaten für die Spielmechanik zwingend benötigen, fordern auch simple Puzzle- oder Ausmal-Apps wie Jewel Coloring oder Arrows - Puzzle Escape den exakten Aufenthaltsort an. Allein in Deutschland betraf das im Erhebungsmonat mehr als 371.000 Downloads. Zusammen mit Gerätedaten, Nutzungsmustern und App-Listen lassen sich daraus recht mühelos aussagekräftige Profile erstellen.
Am Ende bleibt es beim altbekannten Grundsatz des Free-to-Play-Markts: Wenn das Spiel nichts kostet, bezahlt man mit seinen Daten. Wer das einschränken möchte, muss entweder auf DNS- und Werbeblocker setzen, Berechtigungen in den Systemeinstellungen strikt beschneiden oder direkt zu klassischen Kauftiteln greifen und hoffen, dass da weniger gesammelt wird.
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