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Anthropic entwirft Gesetz zur Regulierung der eigenen Branche
(C) unter Verwendung eines Motivs von Andrei Suslov / 123RF.com
Anthropic hat still und heimlich einen Gesetzentwurf erarbeitet, der regeln soll, wie Frontier-KI-Modelle künftig reguliert werden können, berichtet das amerikanische Nachrichtenportal Politico.
Der Entwurf sieht nur einen bundesweiten, eng begrenzten Weg vor, auf dem die Veröffentlichung eines neuen Modells verhindert werden könnte. Das soll nur dann möglich sein, wenn dadurch ein vorhersehbares, unmittelbar drohendes Risiko von Schäden in Höhe von mehr als 1 Milliarde US-Dollar oder der Tötung beziehungsweise schweren Verletzung von mehr als 50 Menschen besteht. Das Risiko muss auf die Herstellung oder Freisetzung einer biologischen Waffe, den Kontrollverlust des Modellentwicklers oder einen Cyberangriff zurückzuführen sein.
Sämtliche kürzlich beobachteten Hacking-Angriffe außer Kontrolle geratener KI-Agenten fielen demnach nicht unter die Bestimmungen des Gesetzes und wären kein Grund gewesen, die Veröffentlichung eines dafür verantwortlichen Modells auszusetzen.
Das Gesetz sieht auch unabhängige Gutachter vor, die die führenden Modelle in regelmäßigen Abständen prüfen sollen. Sie dürfen von den KI-Labs bezahlt werden, allerdings nicht abhängig vom Ausgang der Prüfung. Stellt ein Gutachter eines der beschriebenen Risiken fest, muss er es dem Handelsministerium binnen 72 Stunden melden. Danach könnte ausschließlich ein Bundesrichter die Veröffentlichung des Modells stoppen – andere Gremien, Staatsorgane oder Beamte hätten kein Mitspracherecht. Der Gesetzentwurf von Anthropic würde zudem einige staatliche KI-Gesetze außer Kraft setzen, die die Offenlegung von Risiken, die Bewertung durch Dritte sowie die Meldung kritischer Vorfälle betreffen. Dieser Umstand ist umstritten, weil befürchtet wird, dass dadurch bereits bestehende strengere Gesetze in einzelnen Bundesstaaten verdrängt werden.
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