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KI-Wohltäter-Battle: Anthropic gründet Fund, Musk verschenkt Aktien an Kinder
Anthropic gründet eine Gemeinwohl-„Fund“. Elon Musk kann das nicht auf sich sitzen lassen und kündigt an, SpaceX-Aktien an Kinder verschenken zu wollen.
Anstatt sich um das leistungsfähigste KI-Modell zu batteln, das menschliche Arbeit am schnellsten ersetzen kann, konkurrieren zwei KI-Unternehmen diese Woche mal um etwas anderes: den Titel des größten Wohltäters. Zuerst gründete Anthropic einen „Public Benefit Fund“. Prompt will Elon Musk auch etwas Gutes tun, und zwar je eine von seinen SpaceX-Aktien an jedes Kind in Amerika schenken.
Erstmal zu Anthropic: Der sogenannten „Public benefit fund“, den Anthropic gegründet hat, ist genau genommen eine„Public Benefit Corporation“. Das ist eine spezielle amerikanische Rechtsform, die neben den Interessen der Aktionäre auch einen festgelegten Gemeinwohlzweck berücksichtigen muss. Es ist im Kern aber auch ein gewinnorientiertes Unternehmen. Sofern die Anteilseigner zustimmen, soll dieser „Fund“ 5 Prozent der Unternehmensanteile von Anthropic erhalten, weitere 2 Prozent könnten unter bestimmten Umständen immer wieder dazu kommen.
Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.
Der „Fund“ könnte, so die Pressemeldung von Anthropic, unter anderem kostenlose Zugänge zu Anthropics Produkten für andere gemeinnützige Organisationen ermöglichen. Wie uneigennützig, die eigenen Marktanteile auf Kosten des „Funds“ weiter auszubauen. Als weitere mögliche Aktionen des „Funds“ nennt Anthropic dann Spenden an klassische NGOs oder Zahlungen an bestimmte Bevölkerungsgruppen. Als Beispiel hierfür erwähnt das Unternehmen die Umwälzungen am Arbeitsmarkt, die KI verursachen könne. In diesem Bereich investierte Anthropic bereits zuvor, um das Problem zu „studieren und adressieren“.Lobbyarbeit oder politische Spenden als Aktionen des „Funds“ schließt Anthropic aber explizit aus.
Anstatt die Manager-Boni immer weiter zu erhöhen, investiere man in das Gemeinwohl, heißt es hochtrabend in der Pressemeldung. Da kann man nur hoffen, dass die verschenkten Aktien auch zeitnah etwas wert sein werden. Aktuell steht Anthropic unter erheblichem wirtschaftlichem Druck: Wie aus einem Börsenprospekt für den geplanten Börsengang hervorgeht, machte das Unternehmen allein 2025 einen Nettoverlust von 42 Milliarden US-Dollar.
Eine solche große Tat eines Rivalen kann Elon Musk natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Er antwortete prompt auf Social Media: „Ich empfehle, die Aktien [von meiner Firma] direkt an die Öffentlichkeit zu verschenken. Genau das werde ich tun.“ Später spezifizierte er: „Nächstes Jahr werde ich jedem Kind in Amerika eine meiner SpaceX-Aktien schenken. Das wird die erste von vielen sein.“ Gut, bei geschätzt 6,42 Milliarden Aktien, die Musk mutmaßlich hält, und nur 72 Millionen Kindern in Amerika kann man das mal machen. Aber man kann auch hier nur hoffen, dass der Wert dieser kurz nach Börsengang spektakulär abgeschmierten Aktien bis dahin noch etwas steigt. Wobei Musks Ankündigung natürlich genau das bewirken könnte … ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Erneut: wie uneigennützig.
OpenAI könnte Gerüchten zufolge übrigens bald mitmachen im Battle. Angeblich überlegt man dort, 5 Prozent der Unternehmensanteile an die US-Regierung zu geben. Na, ob das jetzt dem Gemeinwohl dient …? Und, nur mal so aus Interesse: Wäre eine glaubhafte Regulierung der KI-Entwicklung nicht die gemeinnützigste Maßnahme, die diese Unternehmen vornehmen könnten?
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