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Netflix will sich auf seine Wurzeln besinnen: Filme und Serien sollen wieder zum Schwerpunkt werden
von André Westphal
20. Okt. 2026 |
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Netflix hat in den letzten Jahren viel versucht, um das Publikum mit neuen Drehs zu begeistern. Zum einen hat man da seine Games-Projekte, die jedoch bei den meisten Abonnenten wohl immer noch eher unter dem Radar fliegen. Zum anderen zeigt der Streaming-Dienst zunehmend Reality-Shows und Live-Übertragungen. Doch man ist damit zwar mehr in die Breite gegangen, hat aber aus Sicht von Kritikern auch Substanz eingebüßt. Nach einem Führungswechsel in der Content-Abteilung soll sich das wohl ändern.
So wurde die bisherige Content-Chefin Bela Bajaria recht abrupt abgesägt. Auch der ehemalige Leiter der Film-Abteilung, Dan Lin, ist raus. Bejarias Position übernimmt Peter Rice, der vielseitige Erfahrungen im Film- und TV-Bereich durch seine Arbeit für Fox und Disney vorweisen kann. Ihm wird ein Fokus auf Qualität statt Quantität nachgesagt. Und Netflix hat offenbar das Ziel, wieder mehr mit hochwertigen Produktionen aufzutreten (via The Wall Street Journal).
So fehlen dem Streaming-Dienst echte Nachfolge-Hits für frühere Triumphe wie "Stranger Things", "Squid Game" oder "Wednesday". Viele Abonnenten springen mittlerweile bei Serien bereits nach Staffel 1 ab. Nun gilt es, den Fokus von Games, Podcasts, Reality-Shows, Live-Übertragungen und Co. wieder mehr auf klassische Filme und Serien zu verlagern. In den letzten 12 Monaten brach der Aktienkurs von Netflix um rund 40 % ein. Dass ein Kurswechsel notwendig ist, wird also kaum jemand bestreiten.
Dennoch bleibt Netflix Marktführer im Streaming-Bereich und fährt auch solide Gewinne ein. Doch das Wachstum bei den Abonnenten ist nicht so hoch, wie erhofft. Zudem wünscht man sich, dass Bestandskunden den Dienst intensiver nutzen. Gerade für die Ausspielung von Werbung ist das entscheidend.
Intern wird bei Netflix auch wieder debattiert, ob es nicht sinnvoll sein könnte, Serien nicht mit allen Episoden auf einen Schlag zu veröffentlichen, sondern mit neuen Episoden im Wochentakt. So handhaben es bereits viele Konkurrenten. Noch sträubt sich die Chefetage dagegen, aber auch das könnte sich noch wandeln.
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