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OpenBSD 8.0: RTR-Cache-Server, Multi-CPU-Gäste und ein CoW-Dateisystem in Sicht
OpenBSD 8.0 bringt einen RPKI-RTR-Cache-Server, Gäste mit bis zu 64 vCPUs und mit GEFS ein schlankes CoW-Dateisystem – bislang aber nur als Prototyp.
OpenBSD 8.0 ist da: Das weltweite verteilte Team von erfahrenen BSD-Entwicklern rund um Theo de Raadt hat die 61. Version seines kompromisslos auf Sicherheit ausgelegten Open-Source-Betriebssystems veröffentlicht. OpenBSD erscheint grundsätzlich halbjährlich und zählt die Versionsnummern bis x.9 hoch, Version 8.0 ist also kein spezielles Major-Release, sondern folgt dem normalen Releasezyklus.
Beim ersten Blick auf das Changelog fällt langjährigen OpenBSD-Nutzern sofort der Umfang auf, der sich im Vergleich zu Version 7.9 gespürt verdoppelt hat. Das könnte vor allem auf die vielen – oft auch irrelevanten – Bugs zurückzuführen sein, die mit Hilfe von KIs gefunden wurden. Die obligatorischen Kunstwerke zum Release – diesmal der Song „The Simps on AI“ und eine KI-Animation von „yvaneht nioj“ (rückwärts lesen) und „clanker“ (nomen est omen) mit den üblichen KI-Ungereimtheiten. Das Changelog verlinkt auf den Song samt Lyrics und einem weiteren Bild.
Der virtuelle Adressraum des Kernels für amd64 wurde um den Faktor 128 von 4 GiB auf 512 GiB vergrößert. Zusätzlich verspricht die nun zufällige Platzierung der Direct Map in pmap(9) mehr Sicherheit. Zugriffe auf verschlüsselte Swap-Partition werden sowohl für amd64 als auch für arm64 durch AES-Befehle der jeweiligen CPUs beschleunigt. Maschinen mit arm64 können jetzt via Hibernate in den Ruhezustand versetzt und wieder aufgeweckt werden.
Bei riscv64 erkennt der OpenBSD 8.0-Kernel, welche Zusatzfunktionen die CPU unterstützt und welche davon Anwenderprogramme tatsächlich nutzen können. Dazu gehört beispielsweise die Vector Extension „V“ einiger RISC-V-CPUs, bei der einzelne CPU-Instruktionen Berechnungen mit mehreren Datenwerten durchführen können. Das dürfte für wissenschaftliche Berechnungen, Bild- und Signalverarbeitung sowie mathematische Bibliotheken interessant sein. Bessere Hardware-Kompatibilität bei riscv64 versprechen „Bounce Buffers“, also temporäre Speicherbereiche für die Datenübertragung zwischen Geräten und dem eigentlichen Arbeitsspeicher. Moderne RISC-V-Systeme können Interrupts strukturiert und effizient über die Advanced Interrupt Architecture (AIA) verwalten. OpenBSD 8.0 unterstützt dies über die imsic(4)- und aplic(4)-Treiber.
Die sparc64-Architektur ist auf die LLVM-Toolchain gewechselt, dazu gibt es Speicheroptimierungen für SPARC-V9-Architektur. Da die chinesische MIPS-basierte Loongson-Plattform (chinesisch: „Dragon Core“) sich nicht mit Clang 22 übersetzen lässt, wird OpenBSD den Port aufgeben. Der hppa-Port (Hewlett-Packard Precision Architecture HP/PA) erhielt einige Bugfixes. OpenBSD/luna88k für Computer der japanischen Firma Oki Electric Industry, die auf der Motorola 88000-Prozessorfamilie (m88k) basieren, erhielt gleich mehrere Verbesserungen für ihre CMMU (Cache and Memory Management Unit).
Die Hardware-Unterstützung wurde für zahlreiche Plattformen ausgebaut, aber auch bestehende Treiber wurden verbessert. So funktionieren unter anderem der Touchscreen des Samsung Galaxy Book4 Edge und die Multitouch-Funktion des HONOR MagicBook zuverlässiger. Für die RISC-V-SoCs SpacemiT K1 und K3 kamen zusätzliche PCIe-, USB-, Ethernet-, Takt- und Interrupt-Funktionen hinzu. Es werden weitere Qualcomm- und Rockchip-Chips unterstützt sowie neue Treiber für Samsung-BIOS-Funktionen, Laptop-Akkus und Rockchip-OTP-Speicher ergänzt. Auf Apple-Systemen wurde die IOMMU-Unterstützung für USB-Controller verbessert. Zusätzliche Gerätekennungen erweitern die Hardware-Kompatibilität bei Geräten mit AMD-CPUs. Darüber hinaus wurden Fehler bei der Interrupt-Behandlung, bei Pufferüberläufen und bei DMA behoben sowie Speicherlecks und Probleme beim Wiederaufbau von SoftRAIDs korrigiert.
Neu in OpenBSD 8.0 ist die Unterstützung für Intels Panther-Lake- und Wildcat-Lake-Ethernet-Chips via em(4) sowie für Intel-E610-Ethernet-Chips übe