// EUROGAMER.DE — GAMING
EAs Entlassungswelle erfasst nach BioWare auch Respawn, Maxis und EA Motive
Der Publisher baut insgesamt 400 Stellen ab. Berichte enthüllen Abgänge bei Ripple Effect sowie Full Circle, während ein neues Sims-Projekt pausiert wird.
EA gab über Nacht bekannt, das Traditionsstudio BioWare (Mass Effect, Dragon Age) zu schließen. Der Schritt ist Teil einer neuen Entlassungswelle, im Zuge derer der Publisher konzernweit 400 Stellen streicht. Zwar bestätigte EA, dass 50 Beschäftigte bei BioWare betroffen sind und das Skate-Studio Ripple Effect verkleinert wird. Wo genau die übrigen 350 Arbeitsplätze wegfallen, ließ das Unternehmen zunächst jedoch offen.
Mittlerweile bringen neue Berichte Licht ins Dunkel: Neben Full Circle und BioWare trifft es demnach auch das Sims-Studio Maxis, das Battlefield-Support-Team Ripple Effect sowie EA Motive. Das meldet Vertical Slice unter Berufung auf eine anonyme Quelle sowie übereinstimmende Angaben auf LinkedIn.
Vor seiner Zeit bei Full Circle prägte John Epler über 15 Jahre lang BioWare. Er war Lead Designer bei Dragon Age: Inquisition und lenkte zuletzt als Creative Director das Rollenspiel Dragon Age: The Veilguard.
Auf LinkedIn bestätigten Maxis Senior Director Anna Huerta und drei Artists von Ripple Effect – Brandon Garcia, Corey Thomas und Turner Spring – bereits ihren Abschied von EA. Catheryn Grant, Operations Product Manager bei Ripple Effect und Respawn, gehört nach eigenen Angaben ebenfalls zu den Betroffenen, genau wie EA Motives Senior Gameplay Designer Jamieson Shearer. Auch Full Circles Senior Designer David Milne und Seasonal Creative Director John Epler müssen das Unternehmen verlassen.
In einem internen Rundschreiben an die Belegschaft erklärte EA über Nacht, die Arbeiten an einem unangekündigten Sims-Projekt namens "Project Lotus" pausiert zu haben, um sich voll auf einen anderen Titel mit dem Codenamen "Project Evergreen" zu konzentrieren. Zudem teilte der Konzern mit, man verkleinere Full Circle, um "ein Erlebnis zu schaffen, das [Spieler] langfristig bindet". Erste Kündigungen in diesen Teams zeichneten sich daher bereits ab.
Deutlich überraschender kommen die Kürzungen bei Respawn. Dabei betonte EA erst kürzlich, "massiv" in das Studio investieren zu wollen, um das Wachstum des Free-to-Play-Shooters Apex Legends voranzutreiben. Gemeinsam mit DICE werkelt Respawn zudem an einem neuen Titel – dem Vernehmen nach Star Wars: Battlefront 3. Gleichzeitig erklärte EA, man werfe das "volle Gewicht" hinter das Iron-Man-Projekt von EA Motive und das nächste Star Wars Jedi von Respawn. Beide Spiele markieren aktuell die einzigen Action-Adventures, an denen der Publisher aktiv arbeitet.
Es ist die erste Entlassungswelle bei EA, seit ein Konsortium aus dem saudi-arabischen Staatsfonds PIF, der Investmentfirma Silver Lake und der Private-Equity-Gesellschaft Affinity Partners den Konzern Anfang des Jahres vollständig übernahm. Das Trio kaufte EA im Sommer für 55 Milliarden US-Dollar – einer der größten fremdfinanzierten Übernahmedeals (Leveraged Buyouts) der Geschichte.
Nach Abschluss des Deals stellte EA seinen Anleiheinvestoren in Aussicht, die jährlichen Kosten um 700 Millionen US-Dollar zu drücken – 170 Millionen US-Dollar davon allein durch "organisatorische Effizienzsteigerungen". Schon damals wuchs in der Branche die Sorge, dass sich dahinter massive Kündigungswellen verbergen.