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Bosch ordnet Konzern neu – Mobilität bleibt größter Bereich
Rund 62.500 Bosch-Beschäftigte wechseln in neue Tochtergesellschaften. Die Arbeitsbedingungen sollen gleich bleiben. Was bedeutet der Umbau für den Konzern?
Der Technologiekonzern Bosch will sich in Deutschland neu aufstellen und gliedert die Mobilitätssparte, die zentralen internen Servicebereiche, die IT und den Immobilienbereich in eigene Gesellschaften aus. Insgesamt sollen rund 62.500 Beschäftigte in die neuen Tochtergesellschaften wechseln, wie das Stiftungsunternehmen in Gerlingen mitteilte.
Die meisten Mitarbeiter stammen aus der besonders kriselnden Mobilitätssparte. Die Arbeitsbedingungen blieben gleich. Es ändere sich nichts an der Bezahlung. Die bisherigen Arbeitsverträge sollen auf die neuen Tochtergesellschaften übergehen.
Der neue Bosch-Chef Christian Fischer sagte, es gehe darum, die Ertragskraft der gesamten Gruppe nachhaltig zu steigern, damit man auch künftig technologische Durchbrüche aus eigener Kraft finanzieren könne. „Klar ist: Alle Einheiten bleiben auch in ihrer neuen Rechtsform ein integraler Bestandteil der Bosch-Gruppe.“
Bereits heute bestehen in dem Stiftungskonzern für die Geschäftsfelder in den Unternehmensbereichen Industrietechnik, Konsumgüter, Energie- und Gebäudetechnik eigene Tochtergesellschaften. Die Neuordnung soll bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Ihre operative Arbeit sollen die neuen Gesellschaften am 1. August 2027 aufnehmen.
Als eigenständiges Tochterunternehmen werde die Mobilitätssparte innerhalb der Bosch-Gruppe ihre Geschäfte noch stärker integrieren und bereichsübergreifend steuern, hieß es weiter. Sie bleibt der größte Unternehmensbereich und trug 2025 mit 55,8 Milliarden Euro rund 61 Prozent zum Gesamtumsatz bei.
Bosch-Chef Fischer sagte, Bosch Mobility könne als eigenständige Gesellschaft künftig schneller auf Marktveränderungen reagieren und sich noch konsequenter an neuen Kundenbedürfnissen ausrichten. „Zugleich schaffen wir neue Spielräume für strategische Partnerschaften und zukünftige Wachstumsfelder.“ Bosch sei einer der wenigen Zulieferer, der in allen wesentlichen Weltregionen vorn mit dabei sei.
Der Gesamtbetriebsratschef der Mobilitätssparte, Frank Sell, sagte, das Management verspreche sich von der Neuaufstellung mehr Tempo und Wettbewerbsfähigkeit. „Für uns ist jedoch entscheidend, dass dieser Umbau nicht zu Lasten der Kolleginnen und Kollegen geht. Das Unternehmen und die Beschäftigten müssen gestärkt daraus hervorgehen.“
Die Herausforderungen, die Bosch auf der ganz großen Bühne beschäftigen, sind nicht neu: Die Weltkonjunktur schwächelt, die geopolitische Lage ist nach wie vor unsicher. Auch die Konkurrenz, gerade durch chinesische Anbieter, hat sich verschärft. Und das nicht nur in der Automobilindustrie, die ohnehin weniger produziert als noch vor ein paar Jahren.
In diesem Jahr dürften die Folgen des Iran-Kriegs das Unternehmen belasten. Bosch ist nach früheren Angaben in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig, vor allem bei den Kosten.