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"Operation Chargeback": Merkur-Tochterfirma wickelte Zahlungen ab
Im Rahmen der "Operation Chargeback" ermitteln Behörden gegen internationale Geldwäsche-Netzwerke. Ex-Wirecard-Manager sind inzwischen angeklagt. Nach BR-Recherchen führen Spuren auch zu einer Tochterfirma des Glücksspielkonzerns Merkur.
Die Euro Payment Group (EPG) bietet laut ihrer Internetseite sichere und zertifizierte Onlinezahlungen an. Die Firma gehört zu Deutschlands größtem Glücksspielkonzern Merkur, einst gegründet von Paul Gauselmann. Der Bundesverdienstkreuzträger starb im August kurz vor seinem 92. Geburtstag. Das von ihm geschaffene Firmenimperium macht seinen Umsatz mit Spielhallen, Online-Casinos - und mit der EPG.
Die Merkur-Tochterfirma lässt sich nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks mit dem sogenannten Chargeback-Skandal in Verbindung bringen, der vor einem Jahr international für Schlagzeilen sorgte. E-Mails, interne Dokumente und vertrauliche Ermittlungsunterlagen zeigen, dass die EPG Kreditkartenzahlungen für Scheinfirmen und Betreiber von Fake-Websites abgewickelt hat.
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08.07.2026
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Die "Operation Chargeback" ist ein Ermittlungsverfahren des Bundeskriminalamts (BKA) und der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz gegen internationale Betrugs- und Geldwäschenetzwerke. Im Zentrum stehen der Missbrauch von Kreditkartendaten sowie illegale Zahlungsabwicklungen über nur zum Schein gegründete Firmen und Internetseiten.
Im Zeitraum von 2016 bis 2021 sollen die mutmaßlichen Täter so 300 Millionen Euro erbeutet haben. Anfang November vergangenen Jahres ließen die Ermittler 60 Objekte in neun Ländern, darunter Deutschland und die USA, durchsuchen.18 Haftbefehle wurden vollstreckt. Auch ehemalige Wirecard-Manager sitzen in Untersuchungshaft.
Über Wirecard war nach BR-Recherchen auch die EPG involviert. Als sogenannter "Payment Facilitator" fungierte sie als Bindeglied zwischen der Wirecard-Bank und Online-Händlern, deren Kunden mit Kreditkarten bezahlt haben.
Die Angeklagten im Chargeback-Verfahren sollen Hunderte Scheinfirmen aufgesetzt und damit mehr als 2.000 professionell gestaltete Fake-Websites, vor allem aus dem Bereich Pornografie, betrieben haben. Mithilfe dieser Seiten, ebenfalls zum Schein gegründeten Online-Händlern und missbrauchten Kreditkartendaten sollen die Betrugsnetzwerke rund 19 Millionen Abos abgeschlossen und Abbuchungen initiiert haben.
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27.11.2024