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Mit mehr Kontrolle: Microsoft arbeitet an Neuauflage der Recall-App
Microsoft testet still und leise eine neue Variante der KI-Suche Recall, berichtet Windows Latest. Die App hat demnach den Codenamen Project Pantheon und anders als bei der massiv kritisierten Copilot+-Variante soll nun der Schutz der Privatsphäre im Fokus stehen.
So sollen Nutzer nun selbst auswählen können, welche Inhalte erfasst werden. Recall speicherte regelmäßig Snapshots des Bildschirms, die dann ein KI-Modell auswertet. Inhalte – und im Zweifel auch sensible – werden so systematisch erfasst. Bei Pantheon müssen Nutzer hingegen selbst tätig werden. Erfassen lassen sich Inhalte laut Windows Latest über eine Browser-Erweiterung, den Explorer, unterstützte Apps, das Teilen-Menü, Screenshots sowie Click to do und die Zwischenablage. Audio- und Video-Inhalte kann Pantheon ebenfalls aufnehmen.
All das wird als „Memories“ erfasst, automatisch sortiert und lässt sich dann vom Nutzer durchsuchen. Der Zugang erfolgt über ein Chat-Interface, was laut Windows Latest bereits erstaunlich gut funktioniert. Pantheon stellt Informationen zusammen, die aus mehreren Quellen stammen. Von einem Zeitstrahl-Menü wie bei Recall ist aber nicht die Rede.
Noch ist die App aber in keinem finalen Zustand. Für die Sammlungen existieren laut Windows Latest noch Namen wie „None“ oder „Null“, Filter fehlen ebenso.
Laut Windows Latest nutzt Pantheon bislang Cloud-Modelle. Zusätzlich verfügt es über eine MCP-Schnittstelle, über die andere KI-Modelle auf die erfassten Inhalte zugreifen können. So können etwa Claude oder ChatGPT die Pantheon-Sammlungen auswerten.
Cloud-Modelle und der Zugang für Dritte sind relevante Neuerungen im Vergleich zu Recall. Das verarbeitete die Inhalte mit lokalen Modellen, Microsoft begrenzte die Funktion daher auf die Copilot+ PCs mit integrierter NPU.
Keine Angaben gibt es dazu, wie Pantheon die Daten schützt. Der Punkt dürfte noch wichtig werden. Einer der Gründe für das Recall-Debakel war, dass Microsoft die Daten zunächst nicht sicher auf der Festplatte verschlüsselte. Der Konzern musste nachbessern, was im Endeffekt aber nicht mehr half: Der Ruf von Recall war ruiniert. Die KI-Suche stand symptomatisch für die verfehlten KI-Entwicklungen von Microsoft.
Microsoft hat die neue Recall-Variante weder angekündigt noch haben Tester einen Zugang. Der Windows-Latest-Autor entdeckte sie im Sommer im Microsoft Store als ungelistete App. Überraschend kommt der Fund nicht, weil bereits seit Anfang 2026 die Meldungen kursieren, dass Microsoft eine Neuauflage von Recall plant.
Laut dem Bericht von Windows Latest existiert auch noch ein Namenschaos. So heißt die App Context Vault, die Plattform Context IO und der ältere Name „Projects“ findet sich unter anderem noch in den Einstellungen der Apps.