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Bioware - EA hat nur eine Teilschuld: Der Tod des Studios war »ein Sterben auf Raten«
Der Tod von Bioware hat sich schon länger angekündigt.
Das Ende einer Ära trifft Rollenspiel-Fans hart, kommt für Branchenkenner wie Jason Schreier jedoch nicht überraschend: Bioware, das kanadische Studio hinter Meilensteinen wie Baldur's Gate und Mass Effect ist Geschichte.
Im Gespräch bei GameStar Talk mit Felix Rick ordnet Rae Grimm, Head of Editorial bei Webedia und jahrzehntelange Spielerin von Bioware-Titel, das Aus ein. Ihr Urteil fällt differenziert aus: Die Ursachen liegen keineswegs nur beim Mutterkonzern, sondern auch im Studio selbst.
Bei Studioschließungen gerät in der Community reflexartig Publisher Electronic Arts ins Visier. Kein Wunder: EA hat über die Jahrzehnte schon viele Studios gekauft und anschließend wieder geschlossen.
Doch diese Erklärung greift für die ehemalige GamePro-Chefredakteurin Rae zu kurz, sie glaubt, dass die Umstände »in der Realität dann doch ein bisschen komplexer« sind. Der Konzern ließ dem Studio über nämlich über viele Jahre hinweg große Freiheiten. Das Kernproblem lag laut Rae vielmehr in fehlender interner Führung:
»Es gibt ja nicht immer nur diesen einen großen Bösewicht ... EA gibt dir genug Seil, um dich selbst aufzuhängen.«
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Der Talk mit Rae: Wie Bioware seine Seele verkaufte
Im Zentrum des Abstiegs von Bioware stand ein fortschreitender Identitätsverlust. Die Verantwortlichen versuchten laut Rae, es allen recht zu machen: Fans der ersten Stunde, neuem Publikum, Publisher und Geldgebern. Das Resultat war Orientierungslosigkeit.
»Du musst trotzdem wissen, wer du bist«, meint die Verantwortliche für Webedia-Magazine wie GameStar, »um zu wohin du dich weiterentwickeln kannst. »Fehlt dieses Fundament, geraten Projekte ins Wanken: »Wenn du nicht mehr weißt, was der Kern ist, wenn die Leute nicht mehr da sind, die wussten, [was] Teil des Kerns war [...], dann wird's schwierig mit der Entwicklung.«
Weil Rae als Kind keinen Game Boy haben durfte, hat sie sich an ihren Eltern gerächt, indem sie Chefredakteurin von GamePro.de geworden ist. 2022 hat sie dann den Sprung in die übergreifende Chefredaktion von Webedia Gaming gemacht, wo sie nun endlich auch mehr über PC-Spiele philosophieren darf, mit denen sie stattdessen aufgewachsen ist. Wenn sie nicht gerade fragwürdig viele Stunden in fragwürdig viele verschiedene Online-Shooter steckt, liest sie am liebsten Bücher, baut Lego oder versucht, ihren Heim-Dschungel am Leben zu halten. Sie trinkt zu viel Kaffee, weiß mehr über Batman als eine einzelne Person über Batman wissen sollte und kennt noch immer alle Cheats für Doom 2 von 1994. Mittlerweile besitzt sie einen Game Boy.