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Vegane Katzen sind seltener übergewichtig
Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, doch inzwischen gibt es auch speziell zusammengesetztes veganes Katzenfutter. Eine Auswertung von Angaben zu 1.305 Hauskatzen deutet nun darauf hin, dass vegan ernährte Tiere seltener übergewichtig sind. Allerdings ist der Unterschied statistisch nicht eindeutig, und ob die Ernährungsweise selbst dafür verantwortlich ist, bleibt ungeklärt.
Brisbane (Australien). Übergewicht belastet auch Hauskatzen und kann unter anderem Gelenkprobleme und Stoffwechselerkrankungen begünstigen. Wie viel Katzen fressen, wie aktiv sie sind und wie ihr Futter zusammengesetzt ist, beeinflusst ihre Gewichtsentwicklung. Ob eine Ernährung ohne tierische Zutaten dabei einen Unterschied macht, ist bislang nicht ausreichend geklärt.
Katzen sind biologisch auf fleischliche Beute spezialisiert und benötigen bestimmte essenzielle Nährstoffe, darunter Taurin. Solche Stoffe können jedoch auch eigens formuliertem, pflanzlich basiertem Futter zugesetzt werden. Entscheidend ist deshalb die tatsächliche Nährstoffversorgung und nicht allein die Herkunft der Zutaten.
Forscher der University of St Andrews um Jenny L. Mace haben nun Angaben zu 1.305 Katzen aus einer Online-Umfrage ausgewertet, die im Jahr 2020 stattfand. Die Halter berichteten über die Fütterung ihrer Tiere sowie über tierärztliche Einschätzungen zum Gewicht und zu gesundheitlichen Beschwerden. Die Forscher kontrollierten weder das Futter noch untersuchten oder wogen sie die Katzen selbst.
Von den untersuchten Katzen erhielten 1.178 überwiegend herkömmliches fleischbasiertes Futter und 127 veganes Futter, jeweils seit mindestens einem Jahr. Nach den von den Haltern übermittelten tierärztlichen Einschätzungen waren vier vegan ernährte Katzen übergewichtig, entsprechend 3,1 Prozent. In der Vergleichsgruppe traf dies auf 48 Tiere oder 4,1 Prozent zu.
Nach statistischer Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Kastrationsstatus, Aktivität und Fütterungsgewohnheiten ergaben sich für die vegan ernährten Katzen um 34 Prozent geringere Chancen, als übergewichtig eingestuft zu werden. Doch der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Der breite Unsicherheitsbereich reicht von 82 Prozent geringeren bis zu 142 Prozent höheren Chancen, sodass auch ein gegenteiliger Zusammenhang mit den Daten vereinbar wäre.
Hinzu kommt, dass die vegan ernährten Katzen im Durchschnitt 6,2 Jahre alt waren und die Tiere der Fleischfuttergruppe 8,2 Jahre. Dieser Unterschied wurde zwar rechnerisch berücksichtigt, doch die geringe Zahl übergewichtiger Tiere macht die Ergebnisse insgesamt unsicher. Die genannten Prozentwerte beziehen sich auf statistische Chancen und bedeuten nicht, dass die Katzen um ein Drittel leichter waren.
Bei den 127 vegan ernährten Katzen berichteten die Halter keine tierärztlich festgestellten Fälle von Arthritis, Bandscheibenproblemen oder anderen untersuchten Bewegungs- und Muskel-Skelett-Beschwerden. In der Fleischfuttergruppe kamen solche Erkrankungen vereinzelt vor. Wegen der insgesamt kleinen Fallzahlen lassen sich daraus aber weder aussagekräftige statistische Vergleiche noch schützende Wirkungen einer veganen Ernährung ableiten.
Auffällig ist außerdem die Abweichung zwischen den Einschätzungen der Halter und den von ihnen wiedergegebenen Tierarzturteilen. Nach eigener Meinung hielten 13,4 Prozent der veganen und 19,9 Prozent der fleischbasiert ernährten Katzenhalter ihr Tier für übergewichtig. Die als tierärztlich eingestuft berichteten Anteile lagen in beiden Gruppen hingegen nur bei rund drei bis vier Prozent. Solche Unterschiede erschweren die Interpretation einer Befragung ohne direkte Körpermessungen.
Die Ernährung der beiden Gruppen unterschied sich auch in der Futterform und den Fütterungsgewohnheiten. So erhielten 79 Prozent der veganen Katzen überwiegend Trockenfutter und 53 Prozent hatten ständig Zugang zum Futter. In der Fleischfuttergruppe lag der Anteil mit jederzeit verfügbarem Futter bei 36 Prozent.