// COMPUTERBASE — HARDWARE & GADGET
GeForce RTX 20, 30 & 40: Modder lösen Nvidias Bremse für KI-Berechnungen
Nvidia drosselt bei GeForce-GPUs die Tensor-Leistung gegenüber den Workstation-GPUs deutlich. Neue Mods heben Nvidias Bremse nun auf und ermöglichen einen deutlich höheren Tensor-Durchsatz für Turing, Ampere und Ada Lovelace. Spieler erhalten durch die Mods keine Zugewinne, lokale KI-Anwendungen jedoch schon.
Eine Besonderheit vorab: Die Modifikationen kommen ohne Anpassung des VBIOS oder gar der Treiber aus. Die Mods ändern vor dem Laden des Nvidia-Treibers Register der GPU, die die Ausgaberate bestimmter Tensor-Befehle begrenzen. Die Entsperrung von Nvidias Bremse steht auf vereinzelten GPUs der RTX 20 (Turing), RTX 30 (Ampere) und RTX 40 (Ada Lovelace) zur Verfügung. Die Mods befinden sich noch in Entwicklung, ermöglichen aber schon jetzt die Tensor-Leistung der Profikarten. Einen Unlock für RTX 50 (Blackwell) gibt es noch nicht.
Tensor-Kerne beschleunigen Matrixmultiplikationen, die vor allem für KI benötigt werden. Laut Datenblatt kommt die GeForce RTX 4090 dabei bei FP16 auf 330 TFLOPS, die RTX 3090 Ti auf 156 TFLOPS. Diese Werte erreichen die Karten allerdings nur, solange sie mit geringerer Genauigkeit rechnen. Für KI-Anwendungen wird meist genauer gerechnet („FP32 Accumulate“) und dann halbiert Nvidia die Leistung von GeForce-Karten. Bei den Profikarten von Nvidia gibt es diese Einschränkung nicht.
Hier setzen die Modder an. Nach dem Unlock erreicht die RTX 4090 auch beim genaueren Rechnen 331,6 TFLOPS, die RTX 3090 Ti bei BF16 157,4 TFLOPS. Für Spieler bedeutet die Entsperrung jedoch keine Zugewinne. Der Vorteil liegt bislang nur in Workstation-Aufgaben, speziell KI-Anwendungen.
Die Zugewinne kommen jedoch mit einigen Einschränkungen. So wird aktuell ausschließlich Linux unterstützt und im schlimmsten Fall bootet der Rechner (temporär) nicht mehr. Der Vorteil durch den Zugewinn an Rohleistung für KI-Anwendungen ist in der Realität zudem kleiner als erwartet: Da oftmals die Speicherbandbreite der limitierende Faktor ist, kann eine RTX 3090 Ti zwar etwa 14 bis 36 Prozent schneller den Prompt des Users verarbeiten, doch die eigentliche Tokenausgabe wird kaum beschleunigt, wird auf GitHub geschrieben.
Das dürfte zwar in manchen Workloads dennoch spürbare Zugewinne verursachen, jedoch eben nicht in allen. Wie sich die Aufhebung von Nvidias KI-Bremse bei GeForce-GPUs daher auf den Gebrauchtmarkt auswirkt, bleibt noch offen. VideoCardz etwa äußert Bedenken, dass nun auch ältere Karten ins Visier von KI-Firmen und Einzelpersonen geraten und der Preis durch den KI-Rausch in die Höhe getrieben werden könnte.