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Google erlaubt sich nun Zugriff auf Gmail und Fotos für personalisierte Werbung
Durch eine Änderung der Datenschutzerklärung kann Google jetzt Anzeigen auf Basis persönlicher E-Mails und Fotos personalisieren. Das lässt sich aber abstellen.
Google hat kürzlich die eigene Datenschutzerklärung um einen wichtigen Zusatz bezüglich personalisierter Werbung ergänzt. Dort verspricht der Datenkonzern etwa, „keine personalisierte Werbung auf Grundlage von Ihren Inhalten aus Google Drive, Gmail oder Google Fotos“ anzuzeigen. Doch dies ist mittlerweile um eine Ausnahme aufgeweicht worden: „es sei denn, Sie stellen Daten aus diesen Diensten für andere Google-Dienste zur Verfügung, die personalisierte Werbung unterstützen“. Damit erlaubt sich Google jetzt, Anzeigen auf Basis der Daten von Gmail und Nutzerfotos auszuspielen.
Das dürfte etliche Anwender betreffen, denn Google bietet die Verknüpfung dieser Apps mit dem KI-Assistenten Gemini sowie dem KI-Modus der Suchmaschine bereits seit einiger Zeit an. Möchte man etwa Gemini anweisen, eine per E-Mail bestätigte Buchung in den Kalender einzutragen, ist eine Verknüpfung mit den Google-Diensten notwendig. Das hatte Google Anfang dieses Jahres eingeführt, indem Gemini durch mehr Zugriff und mehr Kontext Personal Intelligence bekam. Im April hat Google Geminis Personalisierungsfunktionen auch auf Deutschland ausgeweitet.
Durch diesen erweiterten Datenzugriff auf Google-Dienste und die geänderte Datenschutzerklärung darf Google nun auch Werbung auf Basis von Gmail und Fotos ausliefern. Damit bekommen Werbetreibende aber nicht automatisch auch Zugriff auf die Google-Dienste. Google verspricht auch, Namen und E-Mail-Adressen nicht weiterzugeben, sondern die Anzeigen lediglich entsprechend auszuwählen. Es gibt zwar Ausnahmen, aber diesen müssen die Nutzer explizit zustimmen. So wird etwa die Telefonnummer übermittelt, wenn jemand die Schaltfläche „Zum Anrufen tippen“ einer Anzeige betätigt.
In der aktuellen Datenschutzerklärung Googles heißt es jetzt: „Sie können bestimmten Google-Diensten, etwa der Google Suche oder Gemini-Apps, den Zugriff auf Daten aus anderen von Ihnen genutzten Google-Diensten wie Google Fotos oder Workspace-Apps (z. B. Gmail und Drive) erlauben, um Ihre Nutzung zu personalisieren. Dabei gelten die Richtlinien und Einstellungen des zugreifenden Dienstes. Beispielsweise kann die Google Suche einige der Daten verarbeiten, auf die Sie ihr Zugriff gewähren, um Inhalte zu personalisieren, einschließlich Werbung.“
„Je nach Ihren Einstellungen zeigen wir Ihnen möglicherweise auch personalisierte Werbung auf Grundlage Ihrer Interessen, Aktivitäten oder personalisierten Inhalte aus Google-Diensten“, heißt es dort weiter. „Wenn Sie in der Google Suche beispielsweise nach 'Mountainbikes' suchen, kann auf YouTube Werbung für Sportausrüstung eingeblendet werden.“ Allerdings schließt Google weiterhin personalisierte Werbung auf Basis „der ethnischen Zugehörigkeit, Religion, sexuellen Orientierung oder Gesundheit“ aus.
Wer persönliche Daten nicht für zielgerichtete Werbung preisgeben will, kann „personalisierte Empfehlungen“ in den Google-Einstellungen abschalten. Google beschreibt dies in der „Verwaltung der personalisierten Empfehlungen in Suchdiensten“. Die „Personalisierungseinstellungen“ sind im Abschnitt „Daten und Datenschutz“ des Google-Kontos zu finden. Dort können „personalisierte Empfehlungen in Suchdiensten“ aktiviert und deaktiviert werden.
Durch diese Trennung der Google-Dienste von der Suchmaschine werden laut Android Authority aber keine persönlichen Daten gelöscht, die Google zuvor abgegriffen hat. Auch das Löschen eines Fotos oder einer E-Mail dürfte nicht rückgängig machen, dass Google diese Daten im Verlauf der Suchmaschine oder bei Gemini bereits gespeichert hat.
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