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Konsum und Investitionen: Wie Superreiche das Klima belasten
Superreiche heizen die Klimakrise mit Privatjets, Konsum und Investitionen an. Gleichzeitig leiden ärmere Menschen stärker unter ihren Folgen. Wie lässt sich Klimaschutz sozial gerecht gestalten?
Zwei Sekunden: So lange dauert es, bis Privatjets weltweit mehr CO2 ausstoßen, als ein Mensch aus der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung in einem ganzen Jahr verursacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Berechnung von Oxfam. Die Entwicklungsorganisation untersucht in ihrem Bericht, wie stark Superreiche mit ihrem Lebensstil und ihren Investitionen die Klimakrise anheizen.
Die Zahlen zeigen eine große Ungleichheit: Während einige Menschen mit Privatjets reisen und viel konsumieren, fehlt anderen das Geld, um sich ausreichend vor Hitze, Überschwemmungen oder steigenden Energiekosten zu schützen. Sind die Reichen also schuld am Klimawandel? "Die Reichen sind nicht alleine schuld an der Klimakrise, aber sie tragen eine enorme Verantwortung", sagt Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion.
Sie warnen in einem offenen Brief vor gesellschaftlicher Spaltung und dem Kauf von Macht.
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Weltweit verursachen Kemfert zufolge die reichsten zehn Prozent der Menschen fast die Hälfte der CO2-Emissionen. Auf das reichste Prozent entfielen demzufolge etwa 17 Prozent der Emissionen, auf die ärmere Hälfte der Bevölkerung dagegen nur acht Prozent.
Wie groß die Unterschiede beim persönlichen Lebensstil sind, zeigt sich besonders beim Fliegen. "Wer viel und weit fliegt, das sieht man sehr deutlich, verursacht auch sehr viel mehr CO2-Emissionen", sagt Kemfert. Ein großes Thema sind dabei Privatjets. "Nichts symbolisiert den klimaschädlichen Lebensstil der Überreichen eindrücklicher als das", berichtet auch Leonie Petersen, Referentin für sozial-ökologische Transformation bei Oxfam, der ARD-Finanzredaktion.
Auf Privatjets gingen laut Oxfam-Bericht 2025 weltweit insgesamt 16 Millionen Tonnen Kohlendioxid zurück. An deutschen Flughäfen starteten danach im vergangenen Jahr über 55.000 Privatjets, die zusammen mehr als 182.000 Tonnen CO2 ausstießen. Hinzu kämen bei Superreichen größere Wohnungen und mehr Konsum. Doch ihre Klimabilanz endet dort nicht.
Auch die Investitionen von Superreichen spielen eine wichtige Rolle. Oxfam hat die Beteiligungen von 1.000 Milliardären an insgesamt 1.095 Unternehmen untersucht. Dem Bericht zufolge flossen 2025 rund 71 Prozent ihrer Investitionen in besonders klimaschädliche Branchen wie Öl, Gas und Chemie. Die den Beteiligungen zugerechneten Emissionen beliefen sich auf insgesamt 486 Millionen Tonnen sogenannter CO2-Äquivalente. Das ist eine Maßeinheit, die die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase mit der von CO2 vergleichbar macht.
Die Emissionen werden dabei anteilig den Investoren zugerechnet. Bei den 49 Deutschen unter diesen Milliardären lagen die Investitionsemissionen demzufolge mit durchschnittlich rund 705.000 Tonnen CO2-Äquivalenten weit über dem internationalen Durchschnitt.
"Also es geht eben nicht nur darum, wie Menschen leben, sondern auch darum, wohin ihr Geld fließt", sagt Kemfert. Das habe viel mit Einkommen und Vermögen zu tun. Auch in Deutschland sind die Unterschiede laut Oxfam groß: Eine Person aus dem reichsten 0,1 Prozent der Bevölkerung verursacht danach 52-mal so viele CO2-Emissionen wie eine Person aus der ärmeren Hälfte.