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VW reagiert auf Absatzschwäche mit neuer China-Exportstrategie
Volkswagen betonte in China lange, für den chinesischen Markt zu produzieren. Seine China-Autos exportieren wollte VW bislang nicht. Doch das ändert sich jetzt.
Noch aus der Phase „Aus China, für China“ stammt das Elektroauto-Modell ID. UNYX, das 2024 erschien.
Der Volkswagen-Konzern ändert seine Strategie und will Fahrzeuge, die in China gefertigt werden, verstärkt von dort auch exportieren. Gründe dafür sind unter anderem die Schwäche des chinesischen Automarktes und mehr Konkurrenz aus der Volksrepublik selbst. Statt des bisherigen Mottos „In China, for China“ visiert der Konzern mit „In China, Beyond China“ (In China und über China hinaus) nun Märkte außerhalb der Volksrepublik an, wie der Konzern im ostchinesischen Hefei mitteilte.
Volkswagen sprach von einer „entscheidenden Veränderung“, die China nicht nur als einen der wichtigsten Märkte des Konzerns, sondern auch als zentralen Innovations- und Exportknotenpunkt für sein globales Geschäft positioniere. Perspektivisch will Volkswagen so mit seinen Gemeinschaftsunternehmen in China mehr Märkte in Südostasien, dem südlichen Afrika und Südamerika bedienen. Im April 2026 hatte der Konzern auf der Automesse in Peking bereits entsprechende Pläne angedeutet.
Bereits jetzt exportiere Volkswagen Fahrzeuge aus China etwa in den Nahen Osten oder nach Kasachstan und Usbekistan, hieß es. Entwicklungen aus China sollen dabei die Grundlage jener für den Globalen Süden bestimmten Verbrenner, Elektro- oder Hybridautos sein. „Noch vor Ende dieses Jahrzehnts wird Südamerika die erste Region sein, die in China entwickelte Technologien in ihr lokales Portfolio aufnimmt“, versprach VW.
Volkswagen hatte sich mit seiner Produktion in China bislang auf den chinesischen Automarkt fokussiert. Exporte waren unter „In China, for China“ nicht unbedingt Teil des Plans. Doch neben dem hohen Konkurrenz- und Preisdruck chinesischer Marken bereitet nun auch der schwache Automarkt in China Probleme.
Jüngste Daten des chinesischen Pkw-Verbandes CPCA für den Pkw-Einzelhandel zeigen für die ersten neun Monate dieses Jahres einen Rückgang der Verkaufszahlen um 21,7 Prozent. Als Konsequenz exportieren die Hersteller und drängen nach Europa, aber auch in bislang weniger beachtete Märkte im Globalen Süden. Den CPCA-Daten zufolge sprangen die Exportzahlen im September um 73,7 Prozent nach oben.
Auch für Volkswagen ist das China-Geschäft schwierig: Im dritten Quartal sanken die Verkaufszahlen um 38,5 Prozent auf 405.800 Autos. Das Minus dort machte mehr als 80 Prozent des Gesamtrückgangs aus.
Mit dem Strategiewechsel will Volkswagen deshalb nicht nur in anderen Märkten der chinesischen Konkurrenz trotzen, sondern auch neue Länder bedienen. „China exportiert Konkurrenzdruck“, hieß es aus Konzernkreisen. Mit Produkten aus Europa ginge das demnach nur schwer, weshalb VW aus China exportieren wolle.
Laut Europas größtem Autobauer ermöglicht die in China entwickelte Technologie den Export aus der Volksrepublik. In China profitiert VW von niedrigeren Entwicklungskosten und kürzeren Zeiten bis zum Markteintritt. Am Forschungs- und Entwicklungsstandort Hefei stellte der Konzern nun Vega vor. Das Technologiesystem sei das Ergebnis der Fähigkeit, Spitzentechnologien schneller und kosteneffizienter zu entwickeln, zu integrieren und zu skalieren, erklärte VWs China-Chef Ralf Brandstätter laut Mitteilung.