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Ubuntu Core Desktop: Canonical belebt das System wieder
von Carsten Knobloch
29. Okt. 2026 |
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Canonical wagt einen neuen Anlauf bei seinem Desktop auf Basis von Ubuntu Core. Nachdem es um die 2023 vorgestellte Entwickler-Vorschau lange Zeit ruhig war, hat das Unternehmen die Arbeiten an der Desktop-Variante offiziell wieder aufgenommen. Ein eigenes Team soll das Projekt nun vorantreiben, das langfristig sogar zum Standard für das normale Ubuntu Desktop heranreifen könnte. Das klassische Ubuntu bleibt aber wie gewohnt parallel erhalten. Kleiner Reinholer dazu: Core startete schon vor 10 Jahren oder so, damals mit dem Fokus auf IoT?Geräte. Wir hatten das ja ein paar Mal im Blog.
Im Kern setzt Ubuntu Core darauf, dass praktisch das gesamte System aus Snaps besteht. Vom Bootloader über den Kernel und die Desktop-Umgebung bis hin zu den eigentlichen Anwendungen läuft alles isoliert. Das soll das System robuster gegen Fehler machen, Wiederherstellungen erleichtern und den Zugriff von Programmen auf persönliche Daten einschränken.
Der erste Versuch von 2023 war laut Canonical noch zu monolithisch gestrickt, weil damals große Teile der Oberfläche in ein einziges großes Basis-Snap gepackt wurden. Das will man nun sauber trennen. Für den aktuellen Entwicklungszyklus konzentriert sich das Team auf drei Szenarien:
* Browser-Fokus: Reine Web-Workflows über Firefox und Chromium, die ohnehin seit Jahren als Snaps gepflegt werden.
* Entwickler-Workstations: Entwicklungsumgebungen sollen isoliert über LXD und Canonical Workshop laufen. Grafische Programme wie Visual Studio Code sollen künftig aus Containern heraus auf dem Desktop dargestellt werden, ähnlich wie man es von WSLg unter Windows kennt.
* Gaming: Durch den Erfolg von Handhelds wie dem Steam Deck will Canonical auch den Steam-Snap und Grafiktreiber modularer aufstellen, damit Mesa oder Proton aktualisiert werden können, ohne das Grundsystem zu gefährden. Denkbar seien hier auch alternative Oberflächen statt des klassischen Desktops.
Ein Baustein ist laut der Ankündigung das neue Prompting-System für Zugriffsrechte. Statt Anwendungen anpassen zu müssen, fängt Canonical Zugriffe direkt auf Systemebene über den Kernel, AppArmor und snapd ab. Nutzer kennen das Prinzip vom Smartphone: Beim ersten Zugriff auf Kamera, Mikrofon oder das Home-Verzeichnis poppt eine entsprechende Rechteabfrage auf.
Damit Ubuntu Core Desktop nicht auf GNOME beschränkt bleibt, arbeitet Canonical zudem wieder mit enioka Haute Couture und dem Team von KDE Neon zusammen. Das System wird derzeit auf die Basis von core26 umgestellt. In den kommenden Wochen sollen die nötigen Infrastrukturen für automatische Tests und tägliche Test-Versionen bereitstehen. Was heißt das für den Nutzer am Ende bestenfalls? Die Vision ist ein Desktop, der robuster, manipulationssicherer und leichter wartbar ist.
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