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Fehlende Wohnungen: Was hat der "Bau-Turbo" bislang gebracht?
In Deutschland werden viel zu wenig Wohnungen gebaut. Dabei versucht die Bundesregierung gegenzusteuern - etwa mit dem "Bau-Turbo", der seit einem Jahr gilt. Was hat das Gesetz bislang gebracht?
"Die Lage am Bau hat sich nicht wirklich verbessert. Wir sehen weiter eine große Zurückhaltung bei privaten Kunden und Investoren." Das sagt Klaus Rohletter, Vorstandsvorsitzender der Albert Weil AG in Limburg mit etwa 950 Mitarbeitern. Der Betrieb plant Bauvorhaben in Hessen und Rheinland-Pfalz - darunter auch Wohnimmobilien.
Ein Jahr ist es her, dass der Bundesrat den sogenannten "Bau-Turbo" verabschiedet hat. Rohletter hält das Gesetz für einen "Schritt in die richtige Richtung, aber es muss noch deutlich mehr kommen". Er kennt sich in der Branche gut aus: über die Arbeit in seinem Betrieb, aber auch als Präsident der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz.
Durch mehrere Großaufträge hat die deutsche Baubranche im August einen Rekordanstieg erzielt.
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Der "Bau-Turbo" heißt offiziell "Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung". Ziel ist, deutlich schneller Wohnimmobilien zu schaffen. Die Gemeinden müssen danach die Vorhaben innerhalb von drei Monaten prüfen. Kommt keine Entscheidung, gilt das Projekt als genehmigt.
Dabei gelten auch weniger strenge Verwaltungsvorgaben. Zudem können Büro- oder Gewerbebauten leichter in Wohnraum umgewandelt werden. Aber: Das Gesetz ist freiwillig. Die Gemeinde kann es übernehmen - oder auch nicht.
"Das ist eine große Schwachstelle. Jede Kommune entscheidet anders. Dieser Flickenteppich behindert und verlangsamt unsere Planungen, da es kein einheitliches und damit vereinfachtes Verfahren gibt", urteilt Rohletter.
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Für den Bauunternehmer ist die Fülle der Vorschriften eine der Ursachen für die Baumisere. "Die Grundstückskosten sind sehr stark angestiegen. Vor zehn Jahren kostete ein Quadratmeter etwa 100 Euro, jetzt sind es 300 Euro. Grund sind immer neue Vorschriften und Nachweise, die von den Behörden angefordert werden."
Hinzu kämen auch noch die Kosten für die Immobilie, die sich im gleichen Zeitraum etwa verdoppelt hätten. "Die Materialkosten sind gestiegen. Beispiel Sand und Kies: Es wird immer schwieriger, diese Rohstoffe aufgrund der Umweltgesetzgebung hierzulande abzubauen", schildert Rohletter. "Die Folge sind weniger Fördergruben, was wiederum die Transportwege verlängert und die Kosten nochmal treibt."