// HEISE ONLINE — MONDO
Für 17 Milliarden US-Dollar: DoorDash übernimmt Shopping-Lieferdienst Instacart
DoorDash verdient sein Geld primär mit Essenslieferungen. Für 17 Milliarden US-Dollar übernimmt der US-Konzern nun den Einzelhandelsspezialisten Instacart.
Der US-Essenslieferdienst DoorDash hat sich mit Instacart auf eine milliardenschwere Übernahme geeinigt. Für insgesamt rund 17 Milliarden US-Dollar (etwa 15,3 Milliarden Euro) soll der Anbieter von Liefer- und Abholdiensten für den Einzelhandel gekauft werden. Das geht aus Mitteilungen der beiden börsennotierten Unternehmen hervor. Darin heißt es, dass DoorDash 65 US-Dollar für jede Instacart-Aktie bezahlen will. Das liegt merklich über dem jüngsten Kurs, der vor der Bekanntmachung bei etwa 58 US-Dollar lag und danach auf vorübergehend etwa 61 gestiegen ist. Die Milliardenübernahme ist Teil einer schon länger anhaltenden Konsolidierung bei Lieferdiensten. Die Firmen versichern, dass die Kundschaft profitieren soll. Noch muss die Übernahme genehmigt werden. Abschließen wollen die Firmen sie Ende 2027 oder im ersten Halbjahr 2028.
DoorDash hat seinen Hauptsitz in den USA. Vor fünf Jahren war mit der Übernahme von Wolt der Sprung nach Europa gelungen. Danach expandierte der Dienst primär in Zentraleuropa. In Deutschland gab es den Dienst schon seit 2020. Voriges Jahr hat DoorDash dann den britischen Konkurrenten Deliveroo gekauft, der zu diesem Zeitpunkt nicht nur im Heimatmarkt, sondern darüber hinaus in Frankreich, Belgien, Irland, Italien, Singapur, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten etabliert war. Damit ist DoorDash nun unter anderem in Nordamerika, Europa, Australien, Neuseeland und dem Nahen Osten aktiv. Mit der Übernahme von Instacart expandiert das Unternehmen nicht in neue Märkte, sondern weiter in den Bereich Einzelhandel.
Instacart wurde 2012 gegründet und vermittelt Zustellerinnen und Zusteller, die Einkäufe aus dem Einzelhandel direkt nach Hause liefern. In Deutschland ist Instacart nicht aktiv, Schlagzeilen machte das Unternehmen hier vor allem mit Skandalen. So hat der Dienstleister bis zu einem öffentlichen Aufschrei Trinkgelder mit dem Lohn verrechnet. Dafür hat sich Instacart 2019 entschuldigt und zugesagt, das Trinkgeld zu 100 Prozent zusätzlich zur Vergütung weiterzugeben. Vergangenen Dezember hat Instacart dann auf andere Kritik reagiert und angekündigt, auf seiner Plattform keine Preisexperimente mit der Software Eversight mehr zuzulassen. Vorher war bekannt geworden, dass für das Bestellen von Lebensmitteln im Internet teilweise mehr Geld verlangt wurde, auch wenn die Ware selbst im Geschäft abgeholt wurde.
Keine News verpassen! Jeden Morgen der frische Nachrichtenüberblick von heise online
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren
Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer
Datenschutzerklärung.
Immer informiert bleiben: Klicken Sie auf das Plus-Symbol an einem Thema, um diesem zu folgen. Wir zeigen Ihnen alle neuen Inhalte zu Ihren Themen.
Mehr erfahren.