// EUROGAMER.DE — GAMING
KI-Kennzeichnung auf Steam: Valve-Veteran kritisiert Epic-Chef Sweeney – "Du tust so, als wären sie dumm"
Chet Faliszek wehrt sich gegen die jüngsten Aussagen von Tim Sweeney. Der ehemalige Valve-Entwickler verteidigt die KI-Kennzeichnung.
Epic-Games-Geschäftsführer Tim Sweeney hatte Valve öffentlich kritisiert, dabei lag der Mittelpunkt auf der neuen KI-Kennzeichnung auf Steam. Diese würde laut ihm für angebliche Einschränkungen sorgen. Nun meldet sich der ehemalige Valve-Entwickler Chet Faliszek zu Wort und erhebt Vorwürfe gegen Sweeneys Aussagen.
Chet Faliszek hat unter anderem an Portal, Half-Life und auch Left 4 Dead mitgewirkt. In einem YouTube-Video reagierte Faliszek nun auf die Aussagen des Epic-Chefs. Dieser hatte auf X die Offenlegung von KI-Inhalten in Spielen als eine Art "politisches Statement" angesehen, das gegen Entwickler verwendet werden könnte.
Faliszek betonte: "Niemand fordert ernsthaft, dass man so etwas tun sollte."
Dabei wies er darauf hin, dass Epic Games auf seinem eigenen Marktplatz Fab ebenfalls KI-Kennzeichnungen verwendet: "Du hast gesagt, dass du die [KI-Kennzeichnungspflicht] auf Fab beibehalten würdest, unabhängig davon, ob Steam sie abschafft oder nicht. Denn schließlich sei es eine geschäftliche Entscheidung, die einfach Sinn ergibt. Aber geschäftliche Entscheidungen sind auch politisch.Hmm, Timmy. Komm schon. Du kannst nicht beides gleichzeitig haben, Bro."
Weiter erklärte er: "Die Spieler treffen einfach informierte Entscheidungen. Warum behandelst du alle Spieler wie Kinder? Du tust so, als wären sie dumm. Versetz dich stattdessen doch einfach mal selbst in die Lage eines Spielers und frag dich: 'Was würde ich über ein Spiel wissen wollen?'"
Auch hatte sich Sweeney in der Vergangenheit geäußert, dass Valve die Gamingbranche seit Jahren ausbremse. Grund dafür sei Steamworks, das seiner Meinung nach ein geschlossenes Ökosystem schaffe. Dadurch werde die Kommunikation zwischen Spielern und auch verschiedenen Plattformen eingeschränkt. Faliszek kommentierte das so: "Valve beschäftigt sich nicht besonders intensiv mit der Entwicklung von Tools."
Er räumte ein, dass Epic Games "hervorragende Entwicklerwerkzeuge anbietet" und die Backend-Lösung sogar "besser als die von Valve" sei.
Dennoch erklärte er: "Wenn Valve jedes einzelne Problem für jeden Entwickler lösen würde, einschließlich der Spiele-Engines, Tools und allem anderen, würdest du dich lautstark über das Monopol beschweren und fordern, dass Valve zerschlagen werden muss. Stattdessen schafft Valve Raum dafür, dass all diese Dinge existieren können. Und das Unternehmen stellt sogar Tools zur Verfügung, die genau das ermöglichen. Aber die Leute nutzen sie nicht. Sie greifen stattdessen auf Lösungen von Drittanbietern zurück, und das ist völlig in Ordnung."
Faliszek forderte am Ende den Epic-Chef auf, seine Worte in die Tat umzusetzen. Konkret solle Epic Alan Wake 2 auch auf Steam veröffentlichen, statt das Spiel auf dem PC exklusiv für den Epic Games Store anzubieten. Faliszek bezeichnete diese Exklusivität als verbraucher- und entwicklerfeindlich und warf Sweeney damit erneut widersprüchliches Verhalten vor.