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KI-Spielklone auf Steam: Valve rät betroffenen Studios zu Updates
Wer sein Spiel vorab auf Steam zeigt, muss inzwischen mit Drohungen rechnen: Erpresser sollen Indie-Studios mit KI-generierten Kopien unter Druck setzen und einen früheren Release androhen. Bei einer Entwicklerveranstaltung in Südkorea wollte ein Teilnehmer von Valve wissen, welchen Schutz die Plattform bietet.
Tom Giardino aus Valves Steam-Business-Team hatte von derartigen Fällen nach eigener Aussage bislang nichts gehört. Bei einer Fragerunde verwies er vor kurzem auf die Strafverfolgungsbehörden: Erpressung sei eher deren Aufgabe als die einer Spieleplattform. Valve wolle gemeldete Fälle dennoch untersuchen und im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen, wie Inven Global berichtet.
Die Drohungen sollen per E-Mail erfolgen. Wer nicht zahle, müsse damit rechnen, dass sein Spiel mithilfe von KI nachgebaut und noch vor dem Original veröffentlicht werde. Ob hinter den Drohungen tatsächlich bereits angefertigte Kopien stehen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Konkrete neue Schutzmaßnahmen für betroffene Entwickler kündigte Giardino nicht an.
Giardino erinnerte daran, dass Nachahmungen erfolgreicher Spielideen schon lange vor generativer KI existierten. Die neuen Werkzeuge hätten die Entwicklung solcher Kopien allerdings erheblich beschleunigt. Vorschriften darüber, welche Hilfsmittel Studios bei der Spieleentwicklung einsetzen dürfen, lehnt Valve ab. Diese Entscheidung solle weiterhin bei den Entwicklern liegen.
Zum Schutz vor Nachahmern empfiehlt Giardino, frühzeitig eine eigene Community aufzubauen. Eine Website, der regelmäßige Austausch mit Spielern und das dadurch gewonnene Vertrauen könnten dafür sorgen, dass Nutzer dem Original treu bleiben. Allerdings räumte er ein, dass der Aufbau einer solchen Bindung Zeit brauche und allein keinen ausreichenden Schutz biete.
Hier ergibt sich für kleine Studios ein Problem: Wir hatten bereits darüber berichtet, dass Entwickler aus Angst vor KI-Kopien ihre öffentlichen Demos absagen. Gerade solche Vorabversionen können jedoch helfen, Aufmerksamkeit zu gewinnen und eine Community aufzubauen.
Giardino rät deshalb auch dazu, Spiele kontinuierlich weiterzuentwickeln. Einzelne Mechaniken ließen sich vergleichsweise einfach übernehmen, zusätzliche Funktionen und eine eigene gestalterische Handschrift dagegen schwerer. Diesen Ansatz verfolge Valve selbst bei Dota.
Als Vergleich führte Giardino den Umgang seines Unternehmens mit Raubkopien an. Valve habe traditionell wenig auf restriktive Kopierschutzmaßnahmen gesetzt. Stattdessen solle die legale Fassung für Spieler das bessere Angebot darstellen. Auf KI-Klone übertragen bedeutet das, dass Entwickler mit einem stetig verbesserten Original einen Vorsprung gegenüber Nachahmern behaupten sollen.