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Mehr Marge als Micron & Co.: Auch CXMT „druckt nun Geld“ und setzt auf 4F²-Design
Es hatte sich im vergangenen Quartal bereits angedeutet, jetzt baut auch der chinesische Speicherhersteller CXMT die Marge noch weiter aus. Mit fast 90 Prozent liegt sie über der von Micron, SK Hynix und auch Samsung. Die Mär vom günstigen chinesischen Speicher zur Rettung des Consumer-Geschäfts darf wohl ad acta gelegt werden.
Eine Brutto-Marge von 89,53 Prozent im kompletten Portfolio (Marge nach Abzug variabler Kosten) kann bisher kein Speicherhersteller außer CXMT vorweisen. Negativen Vorzeichen wie einer schwachen Ausbeute und der nicht absolut fortschrittlichen Fertigungstechnik zum Trotz hat es das Unternehmen dennoch geschafft, produzierte Speicherchips zu absoluten Spitzenpreisen am Markt zu platzieren und auch zu verkaufen.
CXMT folgt dabei ziemlich exakt dem Muster der drei großen westlichen Speicherproduzenten, der zu Beginn noch leichte zeitliche Versatz ist nun jedoch fast nicht mehr vorhanden. Und so explodierte auch bei CXMT der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr.
Für den Zeitraum von Januar bis einschließlich September beziffert das Unternehmen ihn nun auf 269 Milliarden Yuan, bis Ende Juni lag der Umsatz bei 150 Milliarden Yuan. Für die letzten drei Monate bedeutet das also einen Umsatz von rund 119 Milliarden Yuan, rund 15,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg auf 89 Milliarden Yuan, umgerechnet knapp 12 Milliarden Euro (ca. 80 Prozent Netto-Marge). In absoluten Zahlen kommt CXMT zwar noch nicht an Micron, SK Hynix und Samsung heran, hat in sehr kurzer Zeit aber bereits extrem viel erreicht.
CXMT betont im Zuge des Quartalsberichts, mehr in Forschung und Entwicklung, aber auch in den Ausbau zu investieren. Neben der Auslieferung von LPDDR6 an die Kundschaft steht nun der nächste Schritt in der Speicherarchitektur an. CXMT will dabei Chips nach fortschrittlicherem 4F²-Zellenansatz fertigen und hat die ersten Prototypen bereits hergestellt, bisher ist der Standardansatz für DRAM 6F².
4F² bedeutet ein dichter gepacktes Design, bei dem der Transistor vertikal angeordnet ist, was aber auch eine erhöhte Komplexität mit sich bringt und aktuell Nachteile bei der Skalierung hat. Micron hatte in der letzten Woche 4F² nach rund 20 Jahren in der Forschung erst einmal begraben und setzt weiter auf eine 6F²-Architektur, bei SK Hynix und Samsung laufen entsprechende Projekte immerhin weiter.
Westliche Hersteller können den vorläufigen Verzicht auf 4F² aber über kleinere Strukturen durch EUV-Fertigung ausgleichen, CXMT hat diese Option nicht. Micron versuchte, den Abgesang klein zu reden und erklärte, dass man 4F² durchaus nutzen könnte, das aber für höhere Kosten und geringere Ausbeute sorgen würde. Stattdessen würden die westlichen Hersteller nun den Weg zu 3D DRAM suchen.