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Vor den US-Zwischenwahlen: Wie ist Trumps Wirtschaftsbilanz?
Die Wirtschaft wächst, doch viele Amerikaner leiden unter hohen Lebenshaltungskosten. Der US-Arbeitsmarkt verliert an Schwung, die Staatsverschuldung steigt. Wie steht es um die Wirtschaft der Vereinigten Staaten?
Vor den Zwischenwahlen am 3. November versucht US-Präsident Donald Trump, die wirtschaftliche Entwicklung als Erfolg seiner Regierung darzustellen. Doch an der Tankstelle, im Supermarkt und bei der Finanzierung eines Eigenheims erleben viele Amerikaner eine andere Realität.
Eine Umfrage der University of Michigan zur Verbraucherstimmung zeigt, dass die Menschen derzeit weniger zuversichtlich in Bezug auf die US-Wirtschaft sind als während der Corona-Pandemie 2020 oder der Finanzkrise 2008. Dabei befindet sich das Land - anders als damals - nicht in einer Rezession.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist einer der wichtigsten Indikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Im dritten Quartal 2026 wuchs die US-Wirtschaft annualisiert um 3,4 Prozent - nach 2,2 Prozent im zweiten und 2,5 Prozent im ersten Quartal.
Trump betont im Wahlkampf immer wieder, dass das Wachstum noch nie zuvor so stark gewesen sei. Doch die Zahlen sagen etwas anderes. Das BIP ist unter Trump im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent gewachsen. Das ist zwar solide, aber nicht so stark wie das Wirtschaftswachstum unter Biden. Im Jahr 2024 lag dieses bei 3,0 Prozent, 2023 bei 2,9 Prozent. Das zeigen Zahlen des US-Handelsministeriums.
"Die US-Wirtschaft wächst derzeit recht robust, wenngleich nicht in besonders hohem Tempo", sagt Klaus-Jürgen Gern vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel gegenüber der ARD-Finanzredaktion. Aktuell deute wenig auf eine bevorstehende spürbare Abschwächung hin.
Das Wachstum komme vor allem aus der Privatwirtschaft, erklärt Thomas Obst, Volkswirt und Experte für Auslandskonjunktur am Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln. "Trotz sehr schlechter Verbraucherstimmung bleibt der private Konsum stabil und treibt das BIP-Wachstum." Auch Investitionen trügen dazu bei.
Er werde das Leben in den USA wieder erschwinglich machen, hatte Trump versprochen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
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Trump hatte versprochen, die Inflation einzudämmen. Bei einem Wahlkampfauftritt am 3. Oktober sagte er: "Wir haben fast keine Inflation." Doch im September lagen die Verbraucherpreise 3,7 Prozent über dem Vorjahresmonat - und damit deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank.
Nach einem Rückgang zu Beginn des Jahres trieben die gestiegenen Energiepreise die Verbraucherpreise wieder an. "Obwohl die Inflation Anfang 2026 schon Richtung Zwei-Prozent-Ziel fiel, löste der Iran-Krieg eine Energiekrise aus, die auch die Inflation in den USA treibt", erklärt Obst im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Besonders Benzin und Diesel belasten die Haushalte.