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F-Stop: Valves gestrichenes Portal-Prequel nach 19 Jahren spielbar
Valve wollte Portal nach dem ersten Teil zeitweise mit einer Kamera fortsetzen. Das eingestellte Projekt F-Stop ist nun aus geleakten Entwicklungsdateien rekonstruiert worden und weitgehend spielbar. Videos zeigen, wie die Rätsel ohne die bekannte Portalkanone funktionieren sollten.
Schon Ende August hatten wir über einen großen Steam-Leak mit etwa 12 TB Spieldaten berichtet. Unter den Entwicklungsversionen aus den Jahren 2003 bis 2013 befanden sich auch viele Dateien des abgebrochenen Portal-Projekts F-Stop. Für eine spielbare Version fehlten damals allerdings noch wesentliche Bestandteile.
Diese sind Ende Oktober nun auch aufgetaucht. Über den Discord-Server der Community Valve Cut Content gelangten zunächst der Quellcode und letztlich auch die Quelldaten der Spielkarten an die Öffentlichkeit. Die Community konnte damit die bereits vorhandenen Spieldaten zusammenführen und eine größtenteils funktionierende Version erstellen.
Kotaku berichtet, dass die Person hinter dem letzten Leak für die Kartendateien ursprünglich 1.000 US-Dollar gefordert haben soll. Am Ende seien die Dateien jedoch kostenlos weitergegeben worden. Das Team von Valve Cut Content habe ihre Authentizität überprüft.
Nach Angaben von Spielern soll die wiederhergestellte Fassung zu rund 99 Prozent vollständig sein. Diese Schätzung lässt sich unabhängig jedoch kaum überprüfen. Einige Texturen, andere Spieldaten und Dialogzeilen fehlen weiterhin. Auf YouTube sind mittlerweile komplette Spieldurchläufe zu sehen, die weniger als eine Stunde dauern.
F-Stop stammt aus dem Jahr 2007. Nach der Veröffentlichung des ersten Portal arbeitete Valve an unterschiedlichen Ideen für einen Nachfolger. Im Rahmen der sogenannten „Directed Design Experiments“ wurden fünf Teams gebildet, die innerhalb von drei Monaten verschiedene Spielkonzepte entwickeln sollten. Eines davon war F-Stop.
Das Projekt sollte die Vorgeschichte von Portal erzählen und den Spieler in eine frühere Phase der Aperture-Science-Labore versetzen. Die aus Portal bekannte Portalkanone war dafür jedoch nicht vorgesehen.
Stattdessen sollte eine experimentelle Kamera zum Einsatz kommen, mit der sich Objekte fotografieren und danach an anderer Stelle wieder platzieren lassen. Auch die Größe der Objekte konnte verändert werden. So ließ sich etwa ein kleiner Gegenstand vergrößern, um ihn als Hilfsmittel zum Überwinden eines Hindernisses einzusetzen.
Das Konzept erinnert an das 2023 erschienene Rätselspiel Viewfinder, in dem Fotografien gleichfalls zur Manipulation der Spielwelt verwendet werden.
Obwohl Valve-Chef Gabe Newell von F-Stop begeistert gewesen sein soll, fiel das Feedback bei internen Spieltests weniger positiv aus. Die Entwicklung wurde letztlich eingestellt. Einige der damals erarbeiteten Ideen, Figuren und Dialoge fanden später ihren Weg in Portal 2, das 2011 veröffentlicht wurde.