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HBM-Schmuggel nach China: Speicher auf günstigen Wegwerf-CPUs zum Auslöten
HBM-Speicher unterliegt Exportbeschränkungen durch die USA und kann deshalb nicht einfach nach China exportiert werden. Wie diese Beschränkungen durch eine Lücke umgangen werden, legt The Information in einem Bericht dar. Demnach wird der Speicher mit Wegwerf-Server-CPUs gekoppelt und in China wieder heruntergelötet.
HBM allein darf nicht nach China exportiert werden. Eine Lücke in den Regeln soll den Transport jedoch ermöglichen, wenn der Speicher an einen Prozessor gekoppelt ist. Die für den Export maßgebende Rechenleistung wird dem Bericht zufolge dann anhand des Prozessors und nicht des HBM-Speichers bewertet. Dadurch können Lieferungen nach China erfolgen, die unter der für Exportbeschränkungen geltenden Schwelle liegen.
Die Ausnahme geht auf Regelungen vom Dezember 2024 zurück, die HBM in bereits integrierten Systemen von den Beschränkungen ausnehmen. Firmen sollen inzwischen gezielt billig zu produzierende und leistungsschwache Prozessoren entwickeln, die für Rechenzentren uninteressant sind, bestellen dazu jedoch hochwertigen HBM, der dann im Package mit dem Prozessor aus Taiwan und Südkorea über Hongkong nach China geliefert wird. Der Prozessor gibt dabei die Klassifizierung vor und erlaubt die Einfuhr.
In China würden spezialisierte Unternehmen das Package aus Prozessor und HBM wieder vorsichtig trennen und die Prozessoren entsorgen. Ein schwieriger Prozess, der mit hohen Ausfallquoten verbunden sei, sich angesichts der möglichen Erlöse aber dennoch lohnen soll. Da China derzeit noch keinen eigenen HBM mit konkurrenzfähiger Fertigungstechnik und Leistung herstellen kann, werde diese Lücke trotz ihres Aufwands gewählt. CXMT soll bei HBM3E derzeit nur eine Yield-Rate von 20 bis 30 Prozent erreichen.
Der Preis für einen so geschmuggelten HBM3E-Speicherstapel soll bei rund 4.000 US-Dollar liegen. Vor einem Jahr seien es lediglich ein paar hundert US-Dollar gewesen. Konkrete Speicherkapazitäten werden hierbei allerdings nicht genannt. Da jedoch in der Regel sechs bis acht HBM-Stapel pro KI-Beschleuniger verbaut werden, würde sich allein hieraus ein Preis von 24.000 bis 32.000 US-Dollar nur für den Speicher ergeben.
Erst vor wenigen Tagen waren Aufnahmen aufgetaucht, die zeigen, wie auch Nvidias GeForce RTX 5090 fachmännisch zerlegt wird, um GPU und Speicher für KI-Beschleuniger zu verwenden. Auch die RTX 5090 unterliegt eigentlich einer Exportbeschränkung nach China, weshalb Nvidia eine für China in der Leistung angepasste RTX 5090D V2 anbietet.