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Energie - Energie - Europas Stromverbrauch springt jede Minute kurz nach oben – nach jahrelanger Suche finden Forscher in Jülich endlich den Grund
Solarmodule und Technikschränke in einem Solarpark. (Bildquelle: Giant Asparagus / Pexels)
Die regelmäßigen Leistungsspitzen im europäischen Stromnetz machen Wasserkraftwerken zu schaffen: Ihre Turbinen werden im Minutentakt kurz abgebremst und müssen anschließend wieder beschleunigen – das erhöht den Verschleiß. Sicherheitskritisch sind die bislang beobachteten Schwankungen nicht.
Als wesentlichen Auslöser haben Forscher um Dirk Witthaut vom Forschungszentrum Jülich zeitlich synchronisierte Software-Routinen in batteriebasierten Notstromanlagen identifiziert. Der Netzbetreiber Tennet Germany hatte die ungewöhnlich regelmäßigen Frequenzeinbrüche über Jahre beobachtet. Die Ergebnisse erschienen am 30. Oktober 2026 in Nature Energy.
Solche Notstromanlagen sollen beispielsweise Rechenzentren bei einem Stromausfall weiter versorgen. Ihre Steuerung überprüft regelmäßig den Zustand der Akkus und benötigt dabei für einen kurzen Moment zusätzliche elektrische Leistung.
Problematisch ist der Zeitplan der Prüfungen: Bei mehreren untersuchten Anlagen starten sie im Abstand von exakt 60 Sekunden, teils kurz nach Beginn jeder neuen Minute. Ihre internen Uhren können über das Netzwerk synchronisiert werden.
Laufen viele Prüfungen nahezu gleichzeitig, addiert sich ihr Strombedarf. Das verursacht keine dauerhaft höhere Nachfrage, sondern eine kurze Leistungsspitze. Weil Stromerzeugung und Nachfrage im Gleichgewicht bleiben müssen, sinkt die Netzfrequenz dabei kurz ab. Der europäische Stromverbund arbeitet normalerweise mit 50 Hertz.
Ein einzelner Test würde kaum auffallen. Erst die Gleichzeitigkeit macht den Software-Zeitplan im Stromnetz messbar.
Zur Größenordnung: Eine periodische Frequenzschwankung mit einer Amplitude von drei Millihertz (0,003 Hertz) entspricht im kontinentaleuropäischen Verbundnetz rechnerisch einem Leistungsungleichgewicht von rund 80 Megawatt.
Das Phänomen ist auch nicht auf Europa beschränkt: Die Forscher fanden das Minutenmuster in zwölf Stromnetzen auf fünf Kontinenten.
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