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itch.io rüstet gegen KI-Müll auf: Neuer Suchfilter blockiert automatisierte Spiele
Nach verdoppelten Uploads und Server-Bereinigungen können Nutzer Titel mit generativer Technik auf itch.io ab sofort per Knopfdruck unsichtbar machen.
Die Indie-Plattform itch.io baut ihre Kennzeichnungsfilter für KI-Inhalte aus. Damit können Nutzer Titel, die auf die umstrittene Technologie setzen, künftig deutlich besser von traditionell entwickelten Spielen trennen.
Das Update, das itch.io auf seinem offiziellen Bluesky-Kanal vorstellte, betrifft unter anderem die Suchmaske der Plattform: Dort findet ihr ab sofort das Kontrollkästchen "No AI". Setzt ihr hier ein Häkchen, blendet die Seite automatisch alle Spiele aus, die eine Kennzeichnung für generative KI tragen. Ähnlich wie auf Steam müssen Entwickler den Einsatz generativer KI auf itch.io verpflichtend angeben, um ihre Titel anbieten zu dürfen – allerdings ohne die Möglichkeit, den genauen Umfang der genutzten Technik im Detail zu beschreiben.
Die 2013 gestartete Plattform gilt als wichtigste Anlaufstelle für experimentelle Indie-Titel und Game-Jams. Da jeder ohne Hürden oder Gebühren veröffentlichen kann, trifft die aktuelle Schwemme an automatisiertem KI-Spam das offene Ökosystem besonders hart.
Der Schritt folgt kurz nachdem itch.io offenlegte, dass sich die Zahl der täglich neu eingestellten Spieleseiten in den vergangenen zwei Monaten schlicht verdoppelt hat. Wenig überraschend: Die Download- und Kaufzahlen haben sich keineswegs verdoppelt, um mit dieser neuen Flut an Veröffentlichungen Schritt zu halten.
Zudem kämpft itch.io mit den enormen Datenmengen, die diese Masse mit sich bringt. Die Plattform verankerte in ihren Nutzungsbedingungen bereits klare Regeln gegen KI-Spam. Auf genau diese Richtlinien berief sich das Team, als es kurz darauf öffentlich verkündete, man habe "einige Terabyte an KI-Müll" von den Servern gelöscht.
Die Neuerung fällt in eine Phase, in der die gesamte Branche unter einer regelrechten Schwemme an KI-Spielen ächzt. Das Steam Next Fest verzeichnete im vergangenen Monat eine rekordverdächtige Anzahl eingereichter Demos. Einige Entwickler zogen ihre Demos daraufhin aus Angst vor dreisten KI-Klonen wieder zurück. Steam reagierte darauf lediglich mit dem Hinweis, dass Entwickler selbst in der Verantwortung stünden, ihre Spiele schwerer kopierbar zu machen.
Das Problem dürfte die Community noch lange beschäftigen. Zwar führte Claude-Schöpfer Anthropic inzwischen Regeln ein, die unoriginelle Spiel-Klone unterbinden sollen. Doch für solche Kopien lässt sich problemlos auf alternative KI-Werkzeuge ausweichen – und Spieleerstellung auf Knopfdruck lädt weiterhin dazu ein, hastig zusammengeschusterten Billig-Content auf die Plattformen zu werfen. Filteroptionen wie jene, die itch.io nun erweitert hat, könnten sich immerhin als pragmatische Lösung für dieses anhaltende Dilemma erweisen.