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Marktbericht: Demokraten-Sieg gibt DAX Rückenwind
Der überraschende Erfolg der US-Demokraten steht bei den Märkten im Fokus und treibt etwa den DAX an. Gleichzeitig geraten Tech-Aktien unter Druck: Anleger befürchten, dass die Demokraten den KI-Sektor stärker regulieren könnten.
Die Ergebnisse der Kongresswahlen in den USA dominieren weiterhin die Aktienmärkte. Nachdem der deutsche Leitindex schon stärker mit einem Plus von etwa einem halben Prozent in den Tag startete, stieg der DAX im Tagesverlauf auf ein Zwei-Monats-Hoch.
Zwar war an der Börse ein Sieg der Demokraten für das Repräsentantenhaus erwartet worden, für den Senat waren die Prognosen aber nicht so eindeutig. Nun haben die Demokraten die Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments zurückerobert, was für eine große Überraschung an den Märkten geführt hat.
Die vergangenen beiden Jahre Politik von Donald Trump seien durch den Kongress nicht weiter gemäßigt worden - mit vielen Überraschungen, sagt Carsten Mumm, Chefvolkswirt der Privatbank Donner & Reuschel. Mehr Berechenbarkeit könnte einziehen. "Und es ist ein ganz dickes Ausrufezeichen dafür, dass die amerikanische Demokratie funktioniert und dass die amerikanischen Institutionen funktionieren", so Mumm gegenüber der ARD Finanzredaktion.
Analysten sehen die Chance, dass die politische Verunsicherung in den USA nun etwas nachlässt. Das könnte sich positiv auf die Aussichten der Unternehmen auswirken. Sicher ist das mit Blick auf die Zollpolitik aber nicht.
Den Demokraten gelang bei den Midterms vielerorts Historisches - eine Auswahl.
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Mit unbequemen Mehrheitsverhältnissen zu Hause könne sich Trump mehr auf die Außenpolitik konzentrieren, glaubt Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. Der Präsident werde sich künftig noch mehr auf Verordnungen stützen. "Zölle und Handelskonflikte könnten wieder stärker in den Vordergrund rücken", sagt Gitzel.
Auch das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) empfiehlt deutschen Unternehmen, sich auf die gleichbleibende Richtung in der Wirtschafts- und Zollpolitik mindestens bis Januar 2029 einzustellen. Die Zollpolitik werde die deutsche Wirtschaft weiter bremsen, meint IW-Direktor Michael Hüther. "Die Zölle verhängt Trump nicht per Gesetz, sondern per Dekret am Kongress vorbei."
Selbst mit der Mehrheit der Demokraten in Senat und Repräsentantenhaus müsste ein Veto Trumps von zwei Dritteln der stimmberechtigten Volksvertreter in beiden Kammern überstimmt werden - das ist äußerst schwer zu erreichen. In den USA zeichnet sich damit ein politischer Stillstand ab, den die Wall Street als "Gridlock" bezeichnet.
Mit sinkenden Spielräumen für die Republikaner beim Haushalt erwartet die Landesbank LBBW einen schwächeren Dollar und sinkende Renditen bei US-Staatsanleihen. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, rechnet zudem damit, dass es für Trump schwerer wird, Institutionen umzubauen, wie er es mit der Notenbank Federal Reserve (Fed) versuchte.