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Suche nach mehrheitsfähiger Kandidatin: Merz und die Bundespräsidentinnen-Frage
Eine Frau soll es werden - so weit hat sich Kanzler Merz in der Bundespräsidenten-Frage festgelegt. Einige Namen kursieren, doch welche Kandidatin hätte genug Rückhalt? Eine Entscheidung dürfte in Kürze fallen.
Möglichst viele Telefonate führen - das müsste für Friedrich Merz in dieser Woche Priorität haben, wenn er die Bundespräsidentenfrage halbwegs geordnet klären will. Denn am kommenden Montag will das CDU-Präsidium über eine gemeinsame Kandidatin verhandeln. Schon am Sonntagabend soll es nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios ein gemeinsames Abendessen dazu geben. Ob Merz es schafft, CDU und CSU hinter einem Vorschlag zu vereinen, zeigt auch, wie sehr sein Wort noch zählt in der Union.
Merz muss also in den eigenen Reihen telefonieren, vor allem mit Landesverbänden, die zuletzt gefordert hatten, dass jemand aus der CDU nominiert werden müsse. Dazu kamen noch Stimmen, die keine Männer ausschließen wollten oder zwingend ein Jura-Staatsexamen als Voraussetzung für das Amt sahen. Das alles konnte man in den vergangenen Wochen durchaus als Versuch werten, eine CSU-Frau wie die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die lange als Favoritin galt, zu verhindern.
FAQ
26.10.2026
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In den Prozess mischt sich zunehmend, dass die CDU in einer Selbstfindungsphase ist. Dass eine CSU-Frau hoch gehandelt wird, sehen etliche Funktionäre der Schwesterpartei als Schmach. Sie fragen sich: Warum soll die immer noch mitgliederstärkste Partei mit den meisten Parlamentssitzen nicht auch das Staatsoberhaupt stellen? Und überhaupt hört man oft: Die CDU sei "jetzt eben mal dran".
Aber Merz muss nicht nur mit den eigenen Leuten reden. Er kann die SPD, die für eine Mehrheit in der Bundesversammlung gebraucht wird, nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Auch mit den Grünen gibt es seit Monaten die Absprache, dass Merz den Kontakt sucht, sobald er Vorschläge präsentieren kann. Das Ziel: eine Kandidatin zu finden, die am besten im ersten Wahlgang gewählt wird und keine zittrigen weiteren Runden braucht. Mit SPD und Grünen gemeinsam hätte die Union so viele Wahlleute, dass das recht sicher erscheint.
All diese Faktoren spielen hinein, wenn es um die Chancen der gehandelten Kandidatinnen geht. Auch sie dürften derzeit vertrauliche Gespräche führen, um ihre Chancen bei der wichtigen Präsidiumssitzung auszuloten und für sich zu werben - doch nicht bei allen ist klar, ob sie selbst das Amt überhaupt anstreben. Wer ist im Rennen?
Erst auf den letzten Metern wurde ihr Name ins Spiel gebracht. Claus ist Juristin und bislang Fraktionsvorsitzende der CDU im hessischen Landtag. Hessen, so ist zu hören, ist einer jener Landesverbände, die am stärksten auf eine CDU-Bundespräsidentin pochen. Genau das könnte der Grund dafür sein, dass Parteikollegen Claus in den vergangenen Tagen als die angebliche "Favoritin des Kanzlers" lancierten. Es waren jene Kreise, die zwingend eine Juristin oder einen Juristen im Amt forderten, um künftige Staatskrisen angeblich mit mehr Fachkenntnis managen zu können.
Das Problem: Claus ist außerhalb von Wiesbaden vielen unbekannt. Sie wäre in der Sendung "Wer wird Millionär" die "perfekte 125.000-Euro-Frage", schrieb die Bild-Zeitung süffisant.