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Litwinenko-Witwe: "Der Westen hat einen großen Fehler gemacht"
Vor 20 Jahren wurde der russische Ex-Agent Litwinenko in London vergiftet. Seine Witwe treibt heute vor allem eins um: Hat der Westen mit seiner zaghaften Reaktion damals Putins heutige Aggression ermutigt?
Das Foto ging um die Welt: Alexander Litwinenko im Krankenbett, in einem grünen Kittel, sein Kopf kahl nach der Vergiftung mit dem radioaktiven Polonium. Er schaut direkt in die Kamera. Drei Tage nachdem das Foto gemacht wurde, starb der russische Ex-Agent. Selbst wenn die Ärzte früher herausgefunden hätten, was die Ursache für sein zunächst mysteriöses Leiden war - er hatte keine Chance.
Auch auf dem Cover des Buches, das seine Frau Marina Litwinenko nun geschrieben hat, 20 Jahre nach dem Mord an ihrem Mann, ist das Foto zu sehen. An einem Tag Ende Oktober, bei einem Treffen in einem Park im Norden von London, hält sie das erste Exemplar in den Händen.
Nicht weit entfernt, auf dem Friedhof von Highgate, liegt ihr Mann in einem mit Blei ausgekleideten, strahlensicheren Sarg begraben.
Die Witwe von Alexander Litwinenko macht westlichen Staaten große Vorwürfe. Heute erscheint ihr Buch über die gemeinsame Lebensgeschichte sowie ihren Kampf für Gerechtigkeit.
"Dieses Foto anzusehen ist für mich immer schwer", erzählt sie. "Damals wollte ich auch erst verhindern, dass es gemacht wird. Ich wollte nicht, dass die Welt ihn so sieht, und dachte, Sasha würde es bald besser gehen." Wenn Marina Litwinenko von ihrem Mann spricht, benutzt sie die Koseform von Alexander. "Sasha" - das steht auch auf seinem Grabstein.
Aber sie weiß auch um die Bedeutung dieses Fotos: "Würde es das Foto nicht geben, dann wäre es nach seinem Tod schwierig gewesen zu beweisen, zu was das russische Regime fähig ist." Das Foto, das ein Familienfreund und Filmemacher damals machte, sollte auch eine Botschaft senden.
Der Westen, so wird sie im weiteren Gespräch sagen, habe einen großen Fehler gemacht. Litwinenko ist überzeugt: Der Mord an ihrem Mann hätte ein Weckruf für den Westen sein müssen, schon damals. Eine schärfere Antwort hätte Wladimir Putins Russland in die Schranken weisen und so möglicherweise den Krieg gegen die Ukraine verhindern können.
Nach Einschätzung eines Londoner Richters hat Russlands Präsident Putin den Giftmord an dem russischen Ex-Spion Litwinenko gebilligt.
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Auf dem Buchtitel ist auch ein Foto zu sehen, das Alexander und Marina Litwinenko in glücklichen Zeiten zeigt. Er umarmt sie, beide lächeln. Im Jahr 2000 verließen sie mit ihrem kleinen Sohn Russland und bekamen in London politisches Asyl.