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Anführer von Hungersekte in Kenia zu 200 Jahren Haft verurteilt.
Der selbsternannte kenianische Pastor Mackenzie ist für den Mord an 191 Menschen verurteilt worden. Er soll sie aus angeblich religiösen Gründen zum Todesfasten verleitet haben - die meisten waren Kinder.
In Kenia ist ein selbsternannter Pastor und Sektenanführer wegen Mordes zu 200 Jahren Haft verurteilt worden. Der High Court in Mombasa sah es als erwiesen an, dass Paul Mackenzie für den Tod von 190 Kindern und Jugendlichen sowie einem Erwachsenen verantwortlich ist. Er habe seine Anhänger an einen abgelegenen Ort gebracht und sie angewiesen, bis zum Tod zu fasten, "um Jesus zu begegnen", sagte die Vorsitzende Richterin, Diana Kavedza.
Mackenzie war Anführer einer Weltuntergangssekte. Er hatte laut Anklage auf seiner Ranch im Shakahola-Wald extreme Fastenpraktiken "veranlasst und geleitet". Demnach gab es eine "strukturierte Hierarchie des Todes", wonach zuerst Kinder, dann Jugendliche und Frauen und zuletzt Männer sterben sollten. Die Kinder waren überwiegend verhungert, aber auch durch "Ersticken, Erwürgen und schwere Kopfverletzungen" getötet worden.
2023 waren auf der Ranch mehr als 400 Leichen aus flachen Massengräbern geborgen worden. Überlebende berichteten, Mackenzie habe ihnen verkündet, das Ende der Welt stehe bevor und sie sollten sich vorher zu Tode fasten, "um Jesus sehen zu können".
Leichensäcke wurden 2023 an dem Ort ausgebreitet, wo mehr als 400 Leichen in Massengräbern entdeckt wurden.
Das Gericht in Mombasa hatte Mackenzie bereits im Oktober des Mordes schuldig gesprochen. Dabei hatte Richterin Kavedza von einem organisierten System gesprochen, das seine Opfer mit religiösen Lehren zum Todesfasten verleitet habe.
Nach ihren Angaben starben 183 der 191 Opfer durch vollständigen Nahrungsentzug. In den übrigen acht Fällen habe es sich um direkte Tötungsdelikte gehandelt. Kavedza bezeichnete die Taten als "kaltblütig und kalkuliert". Die Täter hätten keine Reue gezeigt.
Nun wurde das Strafmaß verkündet. Die Staatsanwaltschaft hatte für Mackenzie die Todesstrafe gefordert. Gegen den Prediger laufen zwei weitere Verfahren wegen Terrorismus, Kindesmisshandlung und Folter. Außerdem soll er aus der Haft heraus den Tod von 52 Menschen in einem Dorf angeordnet haben.
Die Vorsitzende Richterin am High Court, Diana Kavedza, betonte in ihrer Urteilsverkündung, dass die Angeklagten keinerlei Reue für die Taten gezeigt hätten.
Während der Urteilsverkündung lächelte Mackenzie mehrfach. Anschließend kündigten dessen Anwälte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.