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Russland bei Eishockey-WM? Deutschlands sportpolitisches Dilemma
Die Eishockey-WM in Deutschland steht wegen der möglichen Teilnahme Russlands vor einem Boykott mehrerer Nationen und Sponsoren. Die Bundesregierung bringt das in ein Dilemma.
"Unsere Linie lautet: Wir spielen nicht gegen Russland." Das gab der Chef des finnischen Eishockeyverbands nur wenige Tage nach dem umstrittenen Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS bekannt.
Neben dem amtierenden Weltmeister Finnland haben auch andere Eishockey-Top-Nationen wie Schweden und Tschechien einen Boykott des Turniers angekündigt. Auch Geldgeber des Turniers, darunter der Hauptsponsor Skoda, haben erklärt, ein Turnier mit russischer Teilnahme nicht unterstützen zu wollen.
Nach Finnland und Schweden nun auch Tschechien - alle europäischen Top-Nationen haben einen Boykott bei der Eishockey-WM angekündigt, sollte Russland teilnehmen.
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Die Bundesregierung berät sich seit Tagen mit den betroffenen Verbänden. Regierungssprecher Stefan Kornelius: "Die Gespräche des Bundeskanzleramtes mit dem Eishockey -Bund, dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Präsidenten des Internationalen Eishockey-Verbandes haben gezeigt, dass die Teilnahme Russlands angesichts dieser breiten Ablehnung die Durchführbarkeit des Turniers sportlich und wirtschaftlich faktisch unmöglich macht."
Die Bundesregierung will den Deutschen Eishockeybund jetzt in seinem Bemühen unterstützen, eine Lösung zu finden, bei der Deutschland weiterhin Ausrichter des Turniers bleiben kann. Der Chef des Deutschen Eishockeybunds, Frank Lutz, hatte zuvor selbst eine mögliche Rückgabe des Turniers ins Gespräch gebracht.
Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses Sport und Ehrenamt im Bundestag, Jens Lehmann von der CDU, hält das für den falschen Weg: "Ich bin der Meinung, wir sollten sie nicht zurückgeben. Wir sind in der Olympia-Bewerbung und sollten grundsätzlich an der Entscheidung festhalten, die auszurichten." Lehmann würde es auch nicht ausschließen, in letzter Konsequenz den russischen Sportlern Visa zu verwehren, um sie so an der Einreise zu hindern.
Die Vorsitzende des Ausschusses Aydan Özoğuz (SPD) bezeichnete eine Rückkehr Russlands auf die internationale Sportbühne als falsches Signal. Eine "sportdiplomatische" Propaganda-Show in deutschen Arenen müsse verhindert werden.
Russland soll bei einer Eishockey-WM in Deutschland mitspielen - die Bundesregierung muss gleichzeitig ihre politische Linie gegen Russland halten und Auswirkungen auf die deutsche Olympiabewerbung vermeiden.
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In den Reihen der Opposition gibt es Stimmen, die dafür sind, das Turnier mit russischer Teilnahme auszurichten. Der Linken-Politiker Jan Van Aken ist der Meinung, man bestrafe die Falschen, wenn man den russischen Sportlern die Einreise verweigere: "Ich finde, wir dürfen nie vergessen, dass beim Sport sich auch ganz normale Menschen aus den verschiedensten Ländern begegnen, die sonst überhaupt gar keine Möglichkeit dafür haben. Und denen das jetzt wegzunehmen, weil Putin einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine gestartet hat, das ist nicht richtig."