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Selenskyj bei Trump: Eine kaum für möglich gehaltene Annäherung
Einen Rauswurf muss der ukrainische Präsident Selenskyj nicht mehr befürchten, wenn er heute von US-Präsident Trump im Weißen Haus empfangen wird. Im Gegenteil. Momentan stimmt es im Verhältnis. Selbst MAGA-Influencer denken um.
Das Verhältnis zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump hat sich zuletzt spürbar verbessert. Erst vor wenigen Wochen trafen sich beide am Rande des NATO-Gipfels in Ankara. Trump zeigte sich dabei beeindruckt davon, dass die Ukraine trotz des Krieges inzwischen selbst moderne Waffensysteme entwickeln und produzieren kann.
Zudem stellte er Selenskyj eine Lizenz zum Bau von Patriot-Abwehrraketen in Aussicht. Entsprechend optimistisch äußerte sich der ukrainische Präsident kurz vor seiner Reise nach Washington in einem Interview mit dem Sender Sky: "Wir hatten wirklich gute Treffen mit ihm. Der G7-Gipfel war sehr gut, und auch der NATO-Gipfel in Ankara verlief positiv. Deshalb hoffe ich und rechne damit, dass unsere Beziehungen weiter besser werden. Wir sind darauf angewiesen."
Der NATO-Gipfel ist mit milliardenschweren Hilfszusagen für die Ukraine zu Ende gegangen.
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Tatsächlich hat sich der Blick Washingtons auf Kiew deutlich verändert. Vor anderthalb Jahren wurde Selenskyj bei seinem Besuch im Weißen Haus noch als Bittsteller abgekanzelt, dessen Karten schlecht stünden. Inzwischen mehren sich die Zeichen einer Annäherung.
Für Aufmerksamkeit sorgte zuletzt auch die Reise der rechtskonservativen Influencerin Laura Loomer nach Kiew. Loomer gilt als Trump-nah und nutzte ein Interview mit Selenskyj, um öffentlich einzuräumen, dass sie in der Vergangenheit Unwahrheiten über die Ukraine verbreitet habe.
Während ihres Aufenthalts zeigte sich Loomer beeindruckt von der Widerstandskraft der Ukrainer. Nach einem russischen Luftangriff schrieb sie auf der Plattform X, sie komme sich "wie ein echtes Arschloch" vor, weil sie das Leid der Ukrainer in den vergangenen Jahren heruntergespielt habe.
Die Reise Selenskyjs nach Washington findet zugleich vor dem Hintergrund der Trauerfeier für den verstorbenen US-Senator Lindsey Graham statt.
Graham hatte den ukrainischen Präsidenten kurz vor seinem Tod noch in Kiew besucht und dabei erklärt, ein neues Sanktionspaket gegen Russland stehe unmittelbar vor der Verabschiedung: "Wir haben uns mit dem Weißen Haus auf ein Sanktionsgesetz verständigt, das die Regierung unterstützen wird. Das bedeutet, dass es Gesetz werden kann. Wenn ich nach Washington zurückkehre, werde ich gemeinsam mit Senator Blumenthal auf die Führungen von Republikanern und Demokraten zugehen, um das Paket auf den Weg zu bringen. Es wird Präsident Trump die Instrumente an die Hand geben, diesen Krieg zu beenden."
Der verstorbene US-Politiker Graham war in Washington einer der einflussreichsten Senatoren.
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