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Kospi verliert 10,8 Prozent: Halbleiter-Beben in Fernost
Die Sorge vor zunehmender Konkurrenz aus China hat die Halbleitertitel in Asien einbrechen lassen. Aber auch in den USA stockt die KI-Rally. Der DAX wurde dadurch ebenfalls gebremst.
An den Börsen in Fernost rumort es. Ein breiter Ausverkauf bei den Chipwerten hat dort heute die Kurse gedrückt. Der japanische Nikkei-Index verlor vier Prozent und fiel zeitweise auf ein Zwei-Jahres-Tief. Besonders stark hat es den südkoreanischen Kospi-Index erwischt, der um fast elf Prozent auf ein Drei-Monats-Tief abstürzte.
Wegen seines hohen Anteils an Technologietiteln gilt der Kospi als Gradmesser für die KI-Rally in Asien. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Samsung Electronics und SK Hynix, die beiden größten Hersteller so genannter DRAM-Chips. Das sind Arbeitsspeicher, die in allen modernen elektronischen Geräten verbaut werden und insbesondere wegen des hohen Bedarfs für KI-Server verstärkt nachgefragt werden.
Die Südkoreaner profitieren aber vor allem von einem starken Preisanstieg bei einfachen Halbleitern. Im Zuge des KI-Booms haben sich viele Hersteller nämlich auf Hochleistungschips konzentriert, was zu Engpässen bei den klassischen DRAMs geführt hat.
An den asiatischen Börsen trieb die Anleger wieder die Sorge um, ob sich die immensen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) einmal auszahlen werden. Auslöser für die jüngsten Turbulenzen dürfte aber vor allem die Entwicklung in China sein.
Nach dem gestrigen spektakulären Börsengang des chinesischen Konkurrenten CXMT wächst die Sorge, dass die Volksrepublik den globalen Speichermarkt mit günstigeren Produkten fluten könnte. CXMT selbst, das gestern in Shanghai um sagenhafte 466 Prozent gestiegen war, verlor heute nur 1,6 Prozent an Wert. Das Unternehmen gilt mit einem Marktanteil knapp acht Prozent als weltweite Nummer vier bei DRAM-Speichern.
Marktbericht
27.07.2026
In einem nervösen Markt gewann die CXMT-Aktie zeitweise mehr als 500 Prozent.
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Berichte, wonach chinesische Unternehmen eigene Deep-Ultraviolet (DUV)-Lithografie-Anlagen zur Halbleiterproduktion entwickelten, hätten erneut Befürchtungen geschürt, dass chinesische Speicherchip-Hersteller ihren Kapazitätsausbau beschleunigen und damit den Wettbewerb auf dem globalen Speichermarkt verschärfen könnten, sagte Han Ji-young, Analyst bei Kiwoom Securities.
Laut dem US-Portal The Information steht das chinesische Unternehmen Shanghai Yuliangsheng vor der Produktion von DUV-Maschinen für Halbleiter. Der Markt für leistungsfähige DUV-Maschinen wird bislang vom niederländischen Konzern ASML beherrscht. "China wird schon sehr bald die Welt mit hochwertigen Speicherchips zu niedrigeren Preisen beliefern", zeigte sich auch Fan Liwen, Portfoliomanager bei Shenzhen New Thinking Investment Management, überzeugt.