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2027 wird noch schlimmer: 70 Prozent der Samsung-Speicherproduktion in 5-Jahres-LTAs
Samsung setzt massiv auf Langzeitverträge (LTA). Bis zu 70 Prozent der Speicherproduktion sollen darauf entfallen, im Durchschnitt gelten sie 5 Jahre. Denn es wird mehr und mehr sichtbar, dass die Speicherknappheit 2027 noch schlimmer wird und weit über 2028 hinausgehen dürfte.
Fünf Großkunden hat Samsung bereits unter Vertrag, fünf weitere stehen kurz davor – und zusätzliche Anfragen gibt es auch. Samsung fährt die gleiche Strategie wie Micron und SK Hynix und bindet große Kunden auf Jahre. Das hilft dabei, die Kapazitäten und Ausbaupläne für die kommenden Jahre besser aufeinander abzustimmen, denn ohne diese Nachfrage würde der Ausbau ins Schleppen geraten.
Samsung erklärt heute aber erneut, dass es im Jahr 2027 zunächst noch schlimmer wird. Und 2028 wird es vermutlich kaum besser, da zusätzliche Kapazität erst ab 2028 langsam online gehe. Über das Jahr 2029 hinaus traut sich das Unternehmen aber noch keine Prognosen zu.
Die Unternehmen gehen dabei mit Samsung einen sogenannten Vertrag mit „rolling structure“ ein, er verlängert sich also beispielsweise nach jedem Jahr automatisch um ein weiteres Jahr bis zu einem festgelegten oder gar komplett offenen Zeitpunkt – diese Details gibt Samsung mit Hinweis auf NDAs nicht preis. Die Preise richten sich dabei nach Kundschaft, Produkten und Marktsegment, denn Samsung will sich ein breites Portfolio bewahren und nicht alles auf eine Karte setzen.
Ähnliches hatte Micron zuvor vermeldet. Das Unternehmen ging beispielsweise einige Verträge mit Automobilherstellern und der Industrie ein, die zwar geringere Mengen und oft auch nicht den teuersten Speicher abnehmen als beispielsweise Datacenter-Kunden, aber ebenfalls stetige und planbare Verlässlichkeit bräuchten.
Dennoch bleiben eben genau die Datacenter-Kunden die „Wale“. Denn der prognostizierte, mehr als dreifache Umsatz mit HBM4 im aktuellen dritten Quartal wird im Quartalsvergleich nur aus diesem Segment erwartet. Im zweiten Halbjahr erwartet Samsung bei HBM einen ähnlichen Marktanteil wie bei DRAM – das wäre überraschend viel und sehr nah am HBM-Marktführer SK Hynix. AMD nutzt Samsung-HBM4-Chips unter anderem für die neuen Instinct MI455X.
Samsung verweist dabei auch auf die deutlich gestiegene Nachfrage nach NAND. Denn während der Fokus auch medial primär auf DRAM liegt, steigt die Nachfrage nach NAND überaus deutlich – auch das hatte der gestrige Bericht von SK Hynix bereits verdeutlicht. Über 60 Prozent des NAND-Umsatzes generiert Samsung aktuell bereits mit Server-SSDs.
Was der hohe Umsatz und Gewinn allein mit Speicher ausmacht, zeigt der Blick in die Konzernzahlen. Die Sparte trägt den Konzern nun quasi fast allein, sie steuert bis auf wenige Prozent nahezu den gesamten operativen Unternehmensgewinn bei, ohne diesen Bereich hätte Samsung fast rote Zahlen geschrieben.