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Spanien-Exklave Ceuta ruft wegen Migranten nach Militäreinsatz
Zahlreiche Migranten sind zuletzt in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt - allein in den vergangenen Stunden sollen es Hunderte gewesen sein. Der Regionalpräsident rief Madrid auf, das Militär einzusetzen.
Mehr als 1.500 Migranten sind nach Behördenangaben innerhalb einer Woche überwiegend schwimmend in die an Marokko grenzende spanische Exklave Ceuta gelangt. Auch in den vergangenen Stunden erreichten erneut Hunderte Menschen das Gebiet, wie der staatliche spanische Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die Regionalbehörden berichteten.
Angesichts dieses Andrangs rief Regionalpräsident Juan Jesús Vivas die Zentralregierung in Madrid dazu auf, aus "Gründen der nationalen Sicherheit" den Notstand zu verhängen. Er bat zudem um die Entsendung zusätzlicher Polizeikräfte und der Armee an die Grenze zwischen Marokko und Ceuta.
Das Innenministerium in Madrid teilte mit, man werde die Sicherheit der Bürger und die Unversehrtheit der Landesgrenze gewährleisten, doch könne die Regierung angesichts der Migrationslage keinen nationalen Notstand ausrufen. Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte auf X, man setze "alle Hebel in Bewegung, um umgehend auf die Lage in Ceuta zu reagieren" - wurde aber nicht konkreter.
Oppositionsführer Alberto Nuñez Feijóo von der konservativen Volkspartei PP kritisierte Sánchez auf X mit scharfen Worten: Die Regierung dürfe "nicht wegsehen, denn wir befinden uns in einer Krise der nationalen Sicherheit".
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Videos und Fotos zeigten überwiegend junge Männer, aber auch Familien mit Frauen und Kindern. Sie gelangen über die Felsblöcke, die zu dem künstlichen Damm gehören, der die Grenze markiert und sichern soll. Man sieht auch, wie die Menschen jubelnd über die Straßen laufen und unter anderem "Viva España!" rufen.
Immer wieder sterben Migranten beim Versuch, spanisches Gebiet zu erreichen. Die spanische Polizeieinheit Guardia Civil entdeckte allein am Mittwoch innerhalb weniger Stunden die Leichen von zwei Menschen, die vermutlich in den vergangenen Tagen versucht hatten, schwimmend nach Ceuta zu gelangen. Vivas sagte, in den vergangenen zwölf Monaten seien rund 60 Leichen von mutmaßlichen Migranten geborgen worden.
Die spanische Exklave gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Zugangspunkte für afrikanische Migranten nach Europa. Immer wieder versuchen Menschen, von Marokko aus schwimmend oder über die Grenzanlagen in die spanische Exklave und damit auf EU-Gebiet zu gelangen. In den vergangenen Tagen stieg ihre Zahl noch einmal deutlich.
Bereits am Mittwoch hatte Vivas erklärt, die Aufnahmeeinrichtungen seien völlig überlastet. Hunderte Migranten müssten auf den Straßen übernachten. Auf Videos vom Strand von Tarajal waren Menschenmengen zu sehen, die um die Wellenbrecher herum sowie über den Strand und durch die Straßen liefen.