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Niedrige Flusspegel: Mehrere Länder drosseln Produktion von Atomstrom
Wegen Hitze und ausbleibenden Regens sind die Pegel vieler Flüsse in Europa extrem niedrig. Das wird nicht nur für die Schifffahrt zum Problem, sondern auch für Atomkraftwerke. Denn die benötigen viel Kühlwasser - und das fehlt.
In mehreren europäischen Ländern ist die Produktion von Strom in Atomkraftwerken gedrosselt oder eingestellt worden. Grund sind die niedrigen Pegelstände von Flüssen und das deshalb fehlendes Kühlwasser. In Ungarn und in Rumänien wurden die Kernkraftwerke heruntergefahren. Auch in Frankreich wurden in dieser Woche Reaktoren wegen der hohen Temperaturen abgeschaltet.
Das AKW Cernavoda an der Donau verfügt über zwei Reaktorblöcke und ist das einzige Kernkraftwerk Rumäniens. Der erste Reaktor war vor einigen Tagen bereits abgeschaltet worden, nun folgte auch der zweite. Der Betreiber Nuclearelectrica verwies auf die vorgesehenen Verfahren "im Fall schwerer Dürre". Das Kernkraftwerk erzeugt normalerweise etwa ein Fünftel des Stroms in Rumänien.
Die aktuelle Dürre ist nicht nur in großen Teilen Deutschlands, sondern in ganz Europa sichtbar.
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Es ist das erste Mal, dass beide Blöcke wegen des niedrigen Pegelstandes der Donau abgeschaltet werden mussten. Der Fluss, der vom Schwarzwald aus durch zehn Länder bis zum Schwarzen Meer fließt, hat wegen fehlender Niederschläge und aufeinanderfolgender Hitzewellen seit Mai in einigen Abschnitten Rekordtiefstände erreicht - von einem Wasserstand von einem Drittel des durchschnittlich im Juli gemessenen Werts war die Rede.
Auch das Kernkraftwerk Paks, dessen vier Reaktoren von enormer Bedeutung für die Stromversorgung Ungarns sind, liegt an der Donau. Dort werden alle vier Reaktorblöcke schrittweise abgeschaltet, wie Ministerpräsident Peter Magyar ankündigte. Bereits am Vortag war einer der Reaktoren in Paks wegen eines Mangels an Kühlwasser aus der Donau heruntergefahren worden. Die übrigen drei Blöcke sollen binnen der nächsten 24 oder 72 Stunden abgeschaltet werden.
Spätestens ab Montag könne es zu Engpässen bei der Stromversorgung kommen, sagte Magyar weiter. Man setze nun die Stromreserven des Landes ein und kümmere sich um Importe. Magyar rief die Bevölkerung dazu auf, Strom zu sparen.
Hintergrund für den Wassermangel in der Region sind mangelnde Regenfälle, aber auch zunehmend wenig Schmelzwasser von Gletschern. Auch an fast allen Zubringern zur Donau in Oberösterreich herrscht derzeit Wassermangel. In Österreich - wo es keine Atomkraftwerke gibt - sind Wasserkraftwerke davon betroffen. Viele der mehr als 4.000 Kleinwasserkraftwerke laufen nur mit bis zu 50 Prozent gedrosselter Produktion oder wurden ganz gestoppt.
Atomkraftwerke brauchen große Mengen Kühlwasser. Doch wegen der Hitzewelle sind die Flüsse zu warm.
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Dass Atomkraftwerke Probleme mit dem Kühlwasser bekommen, ist in anderen Ländern schon häufig vorgekommen. Besonders betroffen ist Frankreich. Das Land setzt bei der Stromerzeugung in hohem Maße auf Atomkraft und ist gleichzeitig besonders stark von Hitzewellen betroffen.