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Mistfall Hunter im Hands-on: Warum Soulslike und Extraction erstaunlich gut zusammenpassen
Zwischen Risiko und Loot-Rausch kämpft ihr euch durch eine düstere Welt – stets getrieben von der Hoffnung auf den einen Gegenstand, der alles verändern könnte.
Nach einem verheerenden Krieg zwischen Göttern und fiesen Mächten liegt die Welt in Trümmern. Ein giftiger Gyldenmist hat Menschen, Tiere und ganze Landstriche verdorben. Als wiedererweckte Gyldhunter wagt ihr euch in die verseuchten Gebiete: Ihr schnetzelt euch durch Monster, plündert Truhen und sammelt Ausrüstung, Materialien sowie Gyldenblood. Doch erst die erfolgreiche Extraktion macht die Jagd komplett: Wer vorher stirbt, verliert Ausrüstung und Beute – wer es ins Lager schafft, darf sich an der Loot-Inventur ergötzen.
Der erste Tod bedeutet zum Glück noch nicht das endgültige Aus. Für kurze Zeit könnt ihr als Seele zu eurem Körper zurückkehren, wiederauferstehen und damit auch Ausrüstung und Beute retten. Gelingt euch das nicht, sind sämtliche mitgeführten Gegenstände verloren; die bis dahin verdiente Erfahrung bleibt jedoch erhalten.
Ein düsteres Fantasy-Extraction-RPG von Entwickler Bellring Games. Es ist für Xbox Series X/S, PC und PS5 erhältlich und im Xbox Game Pass Ultimate sowie im PC Game Pass enthalten. Regulär kostet die Standard Edition 24,99 Euro, die Deluxe Edition 39,99 Euro. Derzeit gelten durch den Einführungsrabatt 22,49 beziehungsweise 35,99 Euro.
Mistfall Hunter verbindet die Struktur eines Extraction-Spiels mit den Kämpfen und Klassen eines Soulslike-RPGs. Das Ergebnis wirkt nicht wie ein Dark-Souls-Klon mit aufgesetztem Multiplayer: Kämpfe, Beutejagd und das ständige Verlustrisiko greifen so sauber ineinander, dass daraus ein eigenständiger PvPvE-Kreislauf entsteht.
Im Grunde funktioniert es so: Ihr wählt ein Einsatzgebiet, zieht allein oder mit zwei Mitspielern los und durchsucht Areale nach Gegnern und Beute. Dabei nehmt ihr auch dicke Brocken (erkennbar an der Totenkopf-Markierung) ins Visier und haltet nach Abzweigungen, Schaltern und besonders wertvollen Items Ausschau. Sind die Taschen voll oder ihr schon ziemlich ramponiert, tretet ihr die Extraktion an. Zurück im Lager verkauft ihr überflüssige Beute, verbessert eure Ausrüstung, entwickelt den Charakter weiter und startet den nächsten Einsatz.
Klingt auf dem Papier nicht viel anders als ARC Raiders oder Marathon. Der entscheidende Unterschied: Ihr zieht mit klassischen RPG-Klassen ins Feld – mit robusten Schwertkämpfern fürs Grobe, Schützen für Distanzschaden, schleichenden Assassinen und Magiern, die mächtige Zauber vom Stapel lassen. Und ich muss ehrlich sagen: Während mich Tarkov, Marathon und ARC Raiders völlig kaltlassen, hat Mistfall Hunter direkt einen Nerv getroffen. Es gibt einfach Spiele, bei denen man nach einer Minute weiß: Das könnte genau mein Ding sein.
Wie in allen Extraction-Games schwebt über jeder Entscheidung dieselbe Frage: Reicht der gesammelte Loot oder riskiere ich noch einen Kampf? Die Flucht wird euch allerdings nicht geschenkt. Zuerst müsst ihr einen sogenannten Returner Woodling aufspüren und erledigen. Mit der Seele, die das Biest hinterlässt, aktiviert ihr anschließend den Extraktionspunkt.
Der Mix funktioniert und motiviert sofort – zumindest solange Technik sowie Server mitspielen und man die Micro-Transactions ignoriert. Mistfall Hunter kostet knapp 23 €, die Deluxe Edition sogar fast 36 Euro und manche Cosmetics bewegen sich in ähnlichen Preisregionen. Dabei sind diese nur für euch und eure Team-Mitglieder sichtbar. Klar, niemand wird zu Ingame-Käufen genötigt und Bellring Games verspricht hoch und heilig, dass kaufbare Vorteile tabu bleiben.
Trotzdem: Für ein Spiel, das nicht kostenlos ist, greift der Echtgeld-Shop erstaunlich ungeniert zu. Zumal genügend Beispiele zeigen, wie schnell aus einem angeblich rein kosmetischen Shop doch noch ein Geschäft mit spielerischen Vorteilen werden kann. Erinnert ihr euch an die käuflichen Reparatursets in Fallout 76? Oder an die Erfahrungsbooster, die Marvel’s Avengers plötzlich gegen Echtgeld verkaufte?