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Streets of Rage wird 35 Jahre alt: Segas Antwort auf Final Fight prägte das Mega Drive
Vor dreieinhalb Jahrzehnten revolutionierten Axel, Blaze und Adam das Beat-’em-up-Genre. Ein Rückblick auf knallharte Koop-Action und Yuzo Koshiros Club-Beats.
Das 1991 von Sega für das Mega Drive veröffentlichte Streets of Rage (in Japan als Bare Knuckle bekannt) sollte eine schlagkräftige Antwort auf Capcoms Hit Final Fight sein, das zuvor für das SNES erschien. Mit dem Titel lieferte das Unternehmen jedoch weit mehr als nur einen simplen Klon ab, vielmehr fing man den urbanen Zeitgeist der frühen Neunzigerjahre perfekt ein. Heute wird Streets of Rage 35 Jahre alt.
Sein flüssiges Gameplay und die ungeschönte Straßenkampf-Atmosphäre machten das Spiel zu einem der wichtigsten Aushängeschilder der 16-Bit-Konsole und definierten das Image von Sega. Im Zentrum der Handlung stehen die drei desillusionierten Ex-Polizisten Axel Stone, Blaze Fielding und Adam Hunter, die ihre Abzeichen niederlegen, um eine korrupte Metropole im Alleingang aus den Fängen des mysteriösen Gangsterbosses Mr. X zu befreien.
Einer der wichtigsten Aspekte im Vergleich zur direkten SNES-Konkurrenz war der nahtlose Zwei-Spieler-Koop-Modus. Freunde konnten so gemeinsam auf den Straßen aufräumen. Und wenn alles nichts mehr half, rief man auf Knopfdruck einen befreundeten Polizeiwagen mitsamt einem Beamten herbei, der den gesamten Bildschirm mit einem Raketenwerfer von Feinden säuberte.
In den frühen Neunzigern lieferten sich Sega und Nintendo einen erbitterten Kampf um die Marktvorherrschaft. Da Nintendo mit Capcoms "Final Fight" auf dem SNES einen massiven Hit landen konnte, brauchte Sega dringend ein starkes, exklusives Gegenstück – die Geburtsstunde von Streets of Rage.
Abseits des Gameplays war auch die Musik ein Markenzeichen von Streets of Rage. Komponist Yuzo Koshiro revolutionierte die Videospielmusik, indem er aktuelle Einflüsse aus der House-, Techno- und R&B-Szene direkt auf das Mega Drive brachte. Koshiro reizte den Yamaha-YM2612-Soundchip der Konsole derart aus, dass die treibenden Beats auch in einem echten Club hätten laufen können.
Der Soundtrack verlieh den wuchtigen Kämpfen zusätzliche Dynamik und Energie, für viele gilt die musikalische Untermalung des Sega-Klassikers als einer der besten Videospiel-Soundtracks aller Zeiten. All das macht Streets of Rage zum Genre-Klassiker, mit dem das Unternehmen den Grundstein für eine der besten Beat-’em-up-Reihen legte. Der direkte Nachfolger Streets of Rage 2 trieb die Mechaniken später noch mehr auf die Spitze, im Jahr 2020 feierte die Reihe wiederum mit Streets of Rage 4 ihr Comeback.