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Queere Gemeinschaft fühlt sich nach CSD-Anschlag im Stich gelassen
Der islamistische Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat die queere Gemeinschaft tief verunsichert. Verbände fordern ein stärkeres Engagement der Bundesregierung. Doch einige Förderprogramme laufen aus.
"Der Anschlag ist keine riesige Überraschung, sondern tut eher weh, weil früher oder später so etwas passieren musste", sagt Alva Träbert, Co-Bundesvorstand des Bürgerrechtsverband LSVD+ Verband Queere Vielfalt, gut eine Woche nach dem Anschlag am Rande des Berliner CSD.
Für Alva Träbert kommt der Anschlag wie für viele in der queeren Community nicht völlig unerwartet. Seit Jahren steigt die Hasskriminalität gegen Angehörige der LSBTIQA+-Szene kontinuierlich. Das Bundeskriminalamt verzeichnete im Jahr 2025 2.377 queerfeindliche Straftaten, das sind 12,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig ist dabei der hohe Anteil an Gewaltdelikten, der deutlich über dem Durchschnitt liegt.
Interview
28.07.2026
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"Wenn dieser Staat eine Aufgabe hat, dann die, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Und das kann er offenbar gerade nicht - oder will er nicht", sagt Andre Lehmann, Co-Bundesvorstand des LSVD+. Verbände wie der LSVD+ warnen seit Jahren vor einem zunehmend hasserfüllten und gefährlichen Klima für queere Menschen in Deutschland und fordern einen besseren Schutz.
Doch anstatt queere Projekte und ihre Arbeit zu unterstützen, stellt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend deren Finanzierungen infrage. Im März kündigte das Bundesministerium rund um Ministerin Karin Prien (CDU) die Umstellung des Förderprogramms "Demokratie leben!" an. Seit mehr als zehn Jahren fördert der Bund im Rahmen des Programms Projekte, die sich für Demokratie einsetzen. Dazu zählen Projekte, die sich etwa gegen Extremismus, Rassismus und auch LSBTIQA+-Feindlichkeit richten.
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Mit der Umstellung werden einige Förderungen zum Jahresende eingestellt. Die Zukunft der betroffenen Projekte ist nun ungewiss. Darunter ist unter anderem der queere Jugendverband Lambda. Wenn dieser seine Arbeit einstellen müsste, könnte er sein Beratungsangebot für queere Jugendliche, die sich etwa mit Gewalt- oder Mobbingerfahrungen an ihn wenden, nicht aufrechterhalten, sagte Geschäftsführerin Kim Alexandra Trau dem Tagesspiegel.
Auch der Zuschuss für den CSD im brandenburgischen Rathenow wurde eingestellt, wie am vergangenen Dienstag bekannt wurde. Die Veranstalter suchen nun nach Möglichkeiten, die fehlenden Mittel für Technik und Sicherheitspersonal aufzubringen.