// TAGESSCHAU INLAND — CRONACA
E-Autos: CSU will Förderung zugunsten deutscher Hersteller ändern
Die aktuelle E-Auto-Förderung will die Elektromobilität in Deutschland voranbringen. Davon profitieren bisher vor allem ausländische Autobauer. Die CSU will das ändern - und deutschen Herstellern einen Vorteil verschaffen.
Die CSU will die E-Autoförderung zugunsten deutscher Hersteller anpassen. Die Förderung müsse so ausgerichtet werden, dass die Wertschöpfung größtenteils in Europa stattfinde, verlangte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann im Internetportal Politico. Er beklagt, dass von der E-Auto-Prämie vor allem außereuropäische Hersteller profitierten.
Hoffmann konkretisierte damit die Forderung von Parteichef Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident hatte sich im ARD-Sommerinterview dafür ausgesprochen, die seit Mitte Mai geltende Förderung bald zu überprüfen: "Das müssen wir machen. Haben wir auch versprochen in der Koalition, dass wir es im Herbst noch mal angehen wollen", sagte er. "Wir müssen es so anpassen, zum Beispiel auch für Gebrauchtwagen und anderes, sodass wir dann auch eine stärkere Öffnung haben, sodass auch die deutschen Hersteller davon deutlich mehr profitieren."
CSU-Landesgruppenchef Hoffmann verwies auf EU-Partner, die E-Auto-Prämien an bestimmte Voraussetzungen wie Umweltauflagen knüpfen, was heimische oder europäische Hersteller bevorzugt. Frankreich macht die Unterstützung zum Beispiel davon abhängig, wie sehr Herstellung und Transport von E-Autos und Batterien das Klima belasten. Das erschwert es der Konkurrenz aus China.
Nach Angaben des Bundesumweltministeriums ist Berlin mit Brüssel über mögliche Lösungen auf EU-Ebene im Gespräch. Grundlage ist demnach laut einer Ministeriumssprecherin der Industrial Accelerator Act - ein Rechtsakt, der angesichts des zunehmend als unfair wahrgenommenen globalen Wettbewerbs die europäische Industrie stärken soll.
Elektroautos werden in Deutschland immer beliebter. Was sind die Gründe?
mehr
Die geltende deutsche E-Auto-Förderung will nicht vorrangig heimische Hersteller unterstützen, sondern die Elektromobilität insgesamt voranbringen. Und davon profitieren bisher tatsächlich vor allem ausländische Autobauer. Das geht aus der Antwort des Umweltministeriums auf eine Frage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Julian Joswig hervor.
Demnach lagen bei den bis Ende Juni bewilligten Förderfällen die Marken Tesla, Skoda und Renault an der Spitze. Volkswagen kommt als erster deutscher Hersteller erst auf Platz acht, noch hinter Hyundai und Kia aus Südkorea und Leapmotor aus China, das bestimmte Modelle in Europa montieren lässt.
Analyse
03.07.2026
Die deutsche Förderung klimafreundlicher Autos kommt auch chinesischen Autobauern zugute.
mehr