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Dirty Hacks: Die Notlügen, die hoffentlich nicht auffallen
Kleine Hacks sind oft harmlos – wie die meisten Notlügen. Aber sie können sich aufsummieren und zu technischen Schulden werden.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
„Wie kommt deine Mutter mit der Reha zurecht?“ – „Ganz gut, danke.“ – „Ich habe sie aber gestern beim Einkaufen gesehen.“ – Ups, das ist jetzt peinlich. Ungefähr so peinlich wie die Webanwendung, die zum dritten Mal diese Woche stillsteht. Oder das coole neue Feature, das nach sechs Monaten immer noch nicht implementiert ist.
Alex Kirsch ist IT-Beraterin, Coach und freie Wissenschaftlerin. Mit ihrem Hintergrund in Künstlicher Intelligenz, User Experience Design und Entscheidungsfindung macht sie Software- und Entwicklungsteams fit für die harte Realität.
Dabei fängt es immer so harmlos an. „Wir fahren am Wochenende auf die Hütte von meinem Onkel. Kommst du mit?“ – „Nee, hab keine Lust, und schon gar nicht auf diese modrige Hütte“ ist eine schlechte Antwort. Daher besser: „Klingt toll. Aber meinen Eltern geht es gerade nicht so gut, da will ich nicht ein ganzes Wochenende so weit wegfahren. Vielleicht brauchen sie mich.“ Höflich, unspezifisch, Problem gelöst.
Oder in der Welt des Programmierens: Da ist jetzt noch ein Sonderfall aufgetaucht. Der passt überhaupt nicht ins Konzept, aber wir können ja kaum alles komplett umschreiben. Also hier ein weiterer If-Block, da eine Funktion kopiert und mit ein paar kleinen Änderungen versehen. Schnell, unkompliziert, Problem gelöst.
Meistens endet die Geschichte hier. Aber nicht immer.
„Kommst du am Sonntag zum IT-Kaffee? A propos, geht es deiner Mutter besser?“ Wie praktisch, dieses Mal wird die Ausrede gleich mitgeliefert. „Eigentlich ganz gut. Aber nach so einer Hüft-OP ist man halt eingeschränkt. Ich helfe ihr am Wochenende beim Putzen.“ – „Das kenne ich. Mein Onkel musste drei Wochen in die Reha. Wieso ist deine Mutter zu Hause?“ – „Sie wartet noch auf einen Platz. Nächste Woche sollte es losgehen.“ Kurve gekriegt, Wochenende frei gehalten, alles gut.
Parallel dazu im Programmierprojekt: Zu dem Sonderfall haben sich noch ein paar weitere gesellt. Der harmlose If-Block ist zu einem großen Entscheidungsbaum gewachsen, und die kopierte Funktion wurde dreimal erweitert und zweimal weiterkopiert. Alles läuft irgendwie. Also auf zum nächsten Feature, alles gut.
Manchmal geht das Ganze so weit, dass es peinlich wird. Der Schwindel fliegt auf oder die Software wird instabil. Beim Lügen ist oft das Ende klar, etwa weil man sich verplappert. Bei Software ist das weniger eindeutig.