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Waldbrände aus dem All: Copernicus Browser erleichtert Überwachung
Waldbrände in Europa erreichen ein Rekordausmaß. Der Copernicus Browser bietet jetzt eine neue Funktion zur einfachen Satellitenüberwachung aus dem All.
Visualisierung mehrerer Waldbrände in Sibirien am 6. August
Derzeit wüten in vielen Ländern der Erde Waldbrände – und Europa steuert auf eine Rekordbrandsaison zu. Das Copernicus Data Space Ecosystem verhilft zu mehr Überblick aus dem All. Mithilfe des Copernicus Browsers lassen sich Satellitenaufnahmen der europäischen Sentinel-Missionen abrufen und visualisieren. Waldbrände lassen sich damit schon seit einiger Zeit aus dem Weltall beobachten. Bislang erforderte das jedoch einige Handgriffe, doch ab sofort ist das Custom-Skript zur Waldbrand-Visualisierung des Fernerkundungsexperten Pierre Markuse als Standardoption in dem Copernicus Browser eingebunden. Simon Proud, Mission Scientist bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA und dort für Sentinel-2 zuständig, verwies in einem LinkedIn-Post auf die neue Funktion. Er selbst konnte nach eigenen Angaben in nur einer Minute Waldbrände in Sibirien lokalisieren und ein Bild herunterladen.
Sentinel-2 ist Teil des europäischen Copernicus-Erdbeobachtungsprogramms. Das Programm sammelt täglich rund 25 TByte Daten aus verschiedenen Quellen, die teilweise mit KI-Verfahren ausgewertet werden. Erfasst werden Umwelt- und Klimadaten ebenso wie Veränderungen durch menschliche Aktivitäten und Naturkatastrophen. Den politischen Rahmen skizziert ein im März 2024 veröffentlichter Bericht der EU-Kommission: Darin wird vor einer „höchstwahrscheinlichen“ Zunahme extremer Wetterereignisse durch den Klimawandel gewarnt sowie vor wachsenden Risiken durch eine sich verschlechternde globale Sicherheitslage. Der Klimawandel treibt dabei nicht nur die Brandhäufigkeit, sondern auch die Intensität solcher Extremereignisse voran.
Die neue Browser-Funktion ergänzt das Copernicus Emergency Management Service (CEMS), das seit 2012 in Betrieb ist. CEMS besteht aus einem Warn- und einem Mapping-Dienst und liefert Informationen für Prävention, Risikominimierung sowie Katastrophenreaktion – explizit auch für Waldbrände, Überschwemmungen, Erdbeben, Tsunamis und humanitäre Krisen. Angeschlossen sind unter anderem das European Forest Fire Information System (EFFIS) und das Global Wildfire Information System (GWIS).
Bei der Kartierung greift EFFIS auf optische Satellitenbilder verschiedener Sensoren zurück, darunter MODIS, VIIRS und Sentinel-2. Die finale Abgrenzung der Brandflächen erfolgt anhand von Sentinel-2-Aufnahmen mit 20 Metern Auflösung; erfasst werden dabei Brände ab etwa 30 Hektar. Nach EFFIS-Angaben decken die kartierten Flächen rund 95 Prozent der jährlich in der EU verbrannten Gesamtfläche ab.
Das zugehörige Emergency Response Coordination Centre (ERCC) überwacht rund um die Uhr potenzielle Katastrophenereignisse, alarmiert im Bedarfsfall die zuständigen nationalen Behörden und veröffentlicht täglich einen Bericht zu signifikanten Ereignissen in Europa und der Welt. CEMS-Dienste stellt die EU auch Drittstaaten kostenlos zur Verfügung.
Die neue Funktion kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Nach Daten des European Forest Fire Information System (EFFIS) – Teil des Copernicus Emergency Management Service und betrieben von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU – summierte sich die verbrannte Fläche bis zum 6. August 2026 auf 500.852 Hektar. Dieser Wert übertrifft sowohl die zum selben Stichtag im bisherigen Rekordjahr 2025 registrierte Fläche als auch den langjährigen Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2025. Die Lage ist so angespannt, dass EFFIS die Daten vorübergehend täglich statt wöchentlich aktualisiert.
Für die kommende Woche prognostiziert EFFIS extreme bis sehr extreme Brandgefahr in weiten Teilen West- und Südeuropas – von der Iberischen Halbinsel über Frankreich und den Alpenraum bis auf den Balkan. Überdurchschnittliche Temperaturen und ausbleibender Niederschlag in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas verschärfen die Situation zusät