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heise+ | Wie sich KI-Rechenzentren von gewöhnlichen Rechenzentren unterscheiden
KI-Rechenzentren schießen wie Pilze aus dem Boden. Sie verheizen nicht nur mehr Strom als normale Rechenzentren, sondern haben auch technische Besonderheiten.
KI-Rechenzentren in Abilene/Texas für das Projekt Stargate.
Höhere absolute Leistungsaufnahme und höhere Leistungsdichte: Das sind die wichtigsten Unterschiede von modernen KI-Rechenzentren im Vergleich zu älteren. Doch es gibt noch viel mehr Unterschiede, etwa bei der Konstruktion der Gebäude, bei Vernetzung und Stromverteilung. Für stromdurstige KI-Rechenzentren wählt man sogar besondere Standorte in der Nähe von Kraftwerken oder Umspannwerken. Und in den USA produzieren immer mehr KI-Rechenzentren ihren Strom selbst, beispielsweise mit mobilen Gasturbinen.
In diesem Artikel beschreiben wir, welche Anforderungen KI-Rechenzentren erfüllen müssen und weshalb das so ist. Dazu blicken wir auch unter die Blechhülle einer aktuellen KI-Maschine. Denn aktuelle KI-Server sind völlig anders aufgebaut als herkömmliche Allzweck- und Cloudmaschinen. Moderne KI-Systeme verheizen nicht einfach bloß mehr Leistung pro Einschub, sondern sind auf den eng vernetzten Betrieb in größeren Gruppen ausgelegt. Sie haben auch eine zentralisierte Stromversorgung, die in naher Zukunft häufiger mit hohen Gleichspannungen statt mit Wechsel- oder Drehstrom gespeist wird. Das soll Verluste mindern und noch dichter gepackte Systeme ermöglichen.
Dass derzeit so viele KI-Rechenzentren errichtet werden, hat zwei wesentliche Ursachen. Einerseits bauen einige führende KI-Firmen ihre Kapazitäten spekulativ aus, also schlichtweg deshalb, um die Konkurrenz zu übertrumpfen. Andererseits steigt der Bedarf an KI-Rechenleistung tatsächlich rasant, weil KI-Modelle immer größer werden und gleichzeitig immer häufiger und auch intensiver genutzt werden. Jede neue Generation von KI-Hardware stellt noch höhere Anforderungen an Stromversorgung und Kühlung, weshalb sie sich in Serverschränken und Rechenzentren herkömmlicher Bauart nicht mehr betreiben lässt. Das liegt vor allem an der enormen Verdichtung der Rechenleistung und damit auch der Leistungsaufnahme. Vor zehn Jahren hatte Intels stärkster Serverprozessor 22 CPU-Kerne und eine nominelle Leistungsaufnahme (TDP) von 145 Watt. Heute sind es bis zu 288 Kerne und bis zu 500 Watt. Die stärksten KI-Beschleuniger schlucken über 1500 Watt – und in Zukunft sogar noch mehr.
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