// EUROGAMER.DE — GAMING
Resident Evil: Requiem zeigt überraschende Verkaufszahlen im Kampf um physische Medien
Während die USA stark auf digitale Käufe setzen, zeigen die weltweiten Verkaufszahlen des Survival-Horrors eine unerwartete Treue zur klassischen Disc.
Die Debatte, dass physische Medien auf dem absteigenden Ast sind, ist nicht neu. Ob das Gefühl die Packung eines Spiels anzufassen so unerwünscht ist, wie das Sonys kürzliche Ankündigung andeutet, ist aber keineswegs sicher. Der japanische Konzern will ab Januar 2028 das Ende physischer Medien einläuten, was aus seiner Sicht aus verschiedenen Gründen sicher Sinn macht. Fans von Packungen und Discs sehen das natürlich anders, aber es stellte sich auch die Frage, wie die Verteilung bei den Verkäufen eines aktuellen Blockbusters eigentlich genauso aussieht. Diesen Hinweis gibt jetzt ein idealer Kandidat, Resident Evil: Requiem.
Das Game ist noch recht frisch, gerade mal vor sechs Monaten im Februar 2026 erschienen, und es hat sich blendend verkauft. Christopher Dring, Mitgründer von The Game Business, hat sich Statistiken von Ampere Analyses angeschaut und die zeichnen ein zweigeteiltes Bild. In den USA ist es das, was man sich allgemein so vorstellt: 22 Prozent der Verkäufe waren physisch und 78 Prozent digital. 22 Prozent ist bei einem Hit immer noch eine Menge und wirft Fragen zu Sonys Strategie auf, aber nicht annähernd so viele, wie das der Blick auf den Rest der Welt tut.
In UK fielen die digitalen Verkäufe auf 60 Prozent, 40 Prozent physisch. In Australien 57 Prozent digital, 43 Prozent physisch. In Japan, Sonys Heimat, dreht es sich dann sogar mit 51 Prozent physischen Verkäufen und nur 49 Prozent digitalen. In Frankreich sind es nicht weniger als 55 Prozent physische Verkäufe, also deutlich mehr als die Hälfte.
Eine Sache ist bei diesen Zahlen sogar noch zu bedenken: Überall aus der Welt gab es hier und da Meldungen, dass die physische Version von Resident Evil: Requiem ausverkauft sei, aber in den USA war dies wohl fast schon eher die Regel als die Ausnahme. Das Verhältnis könnte dort also, wenn genug Vorrat da gewesen wäre, etwas anders aussehen. Vielleicht nicht 50-50, aber möglicherweise näher an den Werten von UK.
Ich möchte hier auch noch einwerfen, dass Resident Evil als große, alte Serie eine Fanbasis hat, die gerne sammelt, das ist bei all diesen Reihen so. Wer schon zig Resi-Dinge und -Spiele im Schrank hat, stellt sich eher hier das neue in der Packung dazu, als es bei einem unbekannteren Franchise der Fall wäre. Aber trotzdem, das sind interessante Zahlen und ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft mehr davon hören. In welche Richtung die dann gehen, werden wir sehen, aber sollte Resident Evil hier auch nur in etwa ein allgemeines Bild zeichnen, dann könnte es sein, dass wir noch für eine ganze Weile physische Versionen bekommen werden.
Man überlegt sich halt schon, ob man darauf wetten möchte, dass 40 Prozent oder mehr der eigenen Käuferbasis ins digitale Zeitalter mitwandert. Persönlich denke ich, insbesondere bei einem großen Franchise: ja, werden sie. Aber auch wenn ich dazu stehe, dass mir persönlich die Zukunft des physischen Spielemarktes relativ egal ist: Für die Fans hoffe ich natürlich, dass solche Zahlen dazu führen, dass sie Plastikboxen noch lange kaufen können.