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Warum die Fahrrinne im Rhein bisher nicht ausgebaut wurde
Über den Ausbau der Fahrrinne im Rhein wird seit Jahrzehnten diskutiert. Wegen des Niedrigwassers werden die Forderungen danach wieder lauter. Warum ist bislang nichts passiert?
Nicht einmal mit dem Niedrigwasserschiff kommt die Phosphorsäure inzwischen noch zur Spezialchemiefirma Budenheim bei Mainz. Hier hatten sie 2021 viel Geld in die Hand genommen, um bei längeren Trockenperioden auf ein Schiff zurückgreifen zu können, das auch bei niedrigem Wasserstand noch fahren kann.
Inzwischen ist auch damit Schluss: Die "Synthese 18" hat Anfang der Woche noch 500 Tonnen Phosphorsäure geliefert, doch jetzt geht es nicht mehr weiter. Die Rohstoffe für die Firma werden inzwischen über die Straße transportiert. "Die Situation ist aktuell sehr herausfordernd, weil wir nicht die Einzigen sind, die vom Seeweg auf die Straße umstellen", sagt Nicolai Diehl, Head of Supply Chain bei Budenheim.
Damit verbunden seien deutliche Mehrkosten. "So ein Schiff bringt deutlich mehr Menge als ein Tankzug, und damit haben wir neben den Einzelkosten für die Fahrten der Lkw auch internen Handlings-Aufwand, der betrieben werden muss, um jeden einzelnen Tankzug abzuladen", so Diehl. Das bedeute Kosten im hohen sechsstelligen Bereich für das Unternehmen.
Der Rhein ist eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas, aber derzeit an vielen Stellen nur noch mit sehr wenig Ladung befahrbar. Im rheinland-pfälzischen Kaub, zwischen Koblenz und Mainz, fiel der Pegel heute auf nur noch etwa 8 Zentimeter. Normal ist dort ein durchschnittlicher Pegel von gut zwei Metern, bei Hochwasser können es über acht Meter sein. Schifffahrt ist dort praktisch nicht mehr möglich.
Die Rhein-Engstelle bei Kaub hat für die Binnenschifffahrt eine besondere Bedeutung. Es droht eine Zweiteilung des Flusses: Dann kommen Güter aus Richtung Süden nur noch bis Mainz, im Norden ginge es dann erst ab Koblenz weiter zu den großen Hochseehäfen an der Nordsee.
Die Folgen der Hitze für Mensch und Natur sind gravierend, die volkswirtschaftlichen Schäden hoch.
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Das extreme Niedrigwasser des Rheins hat den Ausbau der Fahrrinne wieder in den Fokus gerückt. So hat der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) diese Woche gefordert, diesem Ausbau nun Priorität einzuräumen. "Wer jetzt den Gong noch nicht gehört hat, der hat viel im Leben verpasst", sagte Ebling dem SWR.
"Wir haben jetzt öfter Niedrigwasser, und deswegen ist es sinnvoll, diese wertvolle Wasserstraße - die ein Rückgrat für Wirtschaft, für Lieferketten und auch für die Preise unserer Verbraucherinnen und Verbraucher ist - zu vertiefen", so der Politiker. "Damit wir am Ende die Schwelle, ab der weniger geladen werden kann oder gar der Betrieb eingestellt werden muss, deutlich senken."
Das Niedrigwasser macht auch den Kraftwerken in ganz Deutschland Probleme.
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