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Tablet-Markt unter Druck: 10 Prozent Rückgang im zweiten Quartal 2026
von Benjamin Mamerow
16. Aug. 2026 |
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Eigentlich ist das zweite Quartal für Tablet-Hersteller so etwas wie eine sichere Bank. Kurz vor Beginn des neuen Schul- und Studienjahres greifen normalerweise viele Familien zu, die Zahlen ziehen dann spürbar an. In diesem Jahr ist davon allerdings wenig zu spüren. Die Marktforscher von Omdia melden für 2026 einen Rückgang der weltweiten Auslieferungen um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nur noch 36 Millionen Geräte fanden demnach einen neuen Besitzer.
Der Grund dafür liegt laut Omdia wohl vor allem an den Lieferketten. Wichtige Bauteile sind knapp, und die Hersteller reagieren darauf, indem sie ihre vorhandenen Kapazitäten lieber in teurere Flaggschiff-Geräte stecken statt in die Einsteigermodelle. Wer also gerade ein günstiges Tablet sucht, hat es entsprechend schwerer als sonst. Hinzu kommt, dass die Preise insgesamt gestiegen sind. Um trotzdem Umsatz zu machen, setzen viele Anbieter mittlerweile stärker auf Software und KI-Funktionen, mit denen sie sich von der Konkurrenz abheben wollen.
An der Spitze der Rangliste hat sich trotz allem wenig getan. Apple bleibt mit 13,5 Millionen ausgelieferten iPads und einem Marktanteil von 38 Prozent die Nummer eins, auch wenn man selbst dort ein Minus von 8 Prozent hinnehmen musste. Das klassische iPad ohne Zusatz macht den Großteil der Verkäufe aus, während Air und Mini eher eine Randerscheinung bleiben.
Samsung landet mit knapp 6 Millionen verkauften Geräten auf Platz zwei, verzeichnet aber ein Minus von 13 Prozent. Lenovo sticht dagegen positiv heraus und ist unter den großen Anbietern der einzige mit echtem Wachstum: satte 27 Prozent legte das Unternehmen zu. Xiaomi (2,8 Millionen Geräte) und Huawei (2,7 Millionen Geräte) runden die Top 5 ab, mussten aber ebenfalls Rückgänge von 7 beziehungsweise 16 Prozent hinnehmen.
Nicht nur Tablets leiden unter der Situation, auch Chromebooks sind betroffen. Diese werden häufig für den Bildungssektor produziert und sind entsprechend günstig kalkuliert – der Arbeitsspeicher macht dabei einen großen Teil der Herstellungskosten aus.
Lenovo führt trotz eines kleinen Rückgangs von 3 Prozent auch hier die Liste an (1,76 Millionen Geräte), gefolgt von Acer mit 1,18 Millionen und HP mit 1,15 Millionen Einheiten. Richtig auffällig ist die Entwicklung bei Asus: Mit einem Plus von 66 Prozent kamen dort knapp 750.000 Geräte zusammen, der Marktanteil hat sich damit auf 16 Prozent regelrecht verdoppelt. Ganz anders sieht es bei Dell aus: Dort brachen die Auslieferungen um 47 Prozent ein.
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