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ChatGPT zeigt mehr Nutzern Werbeeinblendungen
Werbung im eigenen Chat mit dem LLM: Das testet OpenAI gerade mit einem Teil der ChatGPT-Nutzer, auch Chatinhalte sollen einfließen.
OpenAI blendet mehr Nutzern Werbung ein – betroffen sind laut dem Unternehmen die Nutzer der kostenlosen Variante sowie eines neu angekündigten, besonders günstigen Abomodells in mehreren Ländern. Die Werbung soll auch auf den Inhalten basieren, die Nutzer mit ChatGPT austauschen. Die Pläne hatte OpenAI bereits früher angekündigt.
Auf der eigenen Website wirbt OpenAI bereits um Werbekunden. Diese sollen mit Reklame in ChatGPT Menschen erreichen, die gerade „Möglichkeiten ausloten, Alternativen vergleichen, Vor- und Nachteile abwägen und fundierte Entscheidungen treffen“ und dabei „umfangreichere Kontextinformationen“ teilen. Das solle Werbung ermöglichen, die relevanter, personalisierter und nützlicher sei. „Erreichen Sie Kunden in einem Werbeumfeld, das auf Gesprächen, Kontext und Entscheidungen in Echtzeit basiert“, heißt es weiter. Es wird klar: Es werden auch Informationen aus den Chats einfließen, die Nutzer mit ChatGPT führen.
Laut einer Mitteilung von OpenAI läuft aktuell noch eine Testphase, die Anfang des Jahres in den USA startete und jetzt auch auf das Vereinigte Königreich, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea ausgeweitet wird. Sie betrifft zwei Nutzergruppen von ChatGPT: Die der kostenlosen Variante und die von ChatGPT Go, einem besonders günstigen Abomodell, das laut ChatGPT-Preisübersicht für 8 Euro monatlich angeboten wird.
Die Werbung soll demnach nicht unterschwellig in die Antworten von ChatGPT eingeflochten werden. OpenAI will sie stattdessen erkennbar nach einem Prompt einblenden – natürlich inhaltlich dazu passend. „Während des Tests entscheiden wir, welche Anzeige wir zeigen, indem wir von Werbetreibenden eingereichte Anzeigen mit dem Thema deiner Konversation, deinen früheren Chats und früheren Interaktionen mit Anzeigen abgleichen“, erklärt OpenAI seinen Nutzern. Wer zum Beispiel nach Rezepten suche, sehe möglicherweise Anzeigen für Kochboxen oder Lebensmittellieferungen. „Wenn es mehrere Werbetreibende gibt, wählen wir den aus, der für deinen Chat am relevantesten ist, und zeigen ihn dir zuerst an.“ Nutzer sollen kontrollieren können, ob ChatGPT personalisierte Werbung anzeigt und ob frühere Chats und in ChatGPT hinterlegte Nutzerinformationen einfließen.
Das Unternehmen verspricht, Daten aus den Chats mit dem Large Language Model (LLM) nicht an Werbepartner weiterzugeben. Mindestens Daten zur Reichweite der ChatGPT-Werbung stellt OpenAI ihnen aber zur Verfügung, wie aus der oben verlinkten Infoseite für potenzielle Werbekundschaft hervorgeht. Minderjährige Nutzer sehen laut OpenAI in der aktuellen Testphase keine Werbung – was voraussetzen dürfte, dass sie sich auch unter Angabe des echten Geburtsdatums einen Account erstellt haben.
Es dürfte ein Versuch von OpenAI sein, mehr Umsatz mit ChatGPT zu machen. OpenAI hat in den ersten drei Monaten des Jahres 3,7 Milliarden US-Dollar seiner Geldreserven aufgebraucht, bei einem Umsatz von gerade einmal 5,7 Milliarden Dollar. Das berichtete kürzlich das US-Magazin The Information unter Berufung auf interne Zahlen des KI-Unternehmens. Der Nettoverlust des Unternehmens hat im gleichen Zeitraum demnach sogar 9,3 Milliarden Dollar betragen. Weil OpenAI aber nach der jüngsten Finanzierungsrunde auf Reserven in Höhe von 73 Milliarden Dollar sitzt, könne das Unternehmen das zumindest noch eine Weile durchhalten, ohne neue Investorengelder einzusammeln. Doch das Grundproblem bleibt: OpenAI lebt von einem Erfolg, dem bisher kein profitables Geschäftsmodell gegenübersteht.
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